Rosenbergstrasse
Wir sollen doch mal ohne Hunde und ohne Bären auskommen in dieser Kolumne. Der Wunsch eines Kollegen sei uns – nicht grad Befehl, aber Anregung. Nur, dieses eine Mal muss noch sein: «Der Bär zu Gast bei Freunden. Peng!»
Wir sollen doch mal ohne Hunde und ohne Bären auskommen in dieser Kolumne. Der Wunsch eines Kollegen sei uns – nicht grad Befehl, aber Anregung. Nur, dieses eine Mal muss noch sein: «Der Bär zu Gast bei Freunden. Peng!»
Wer dächte angesichts crashender Börsenkurse nicht etwas häufiger ans Sparen als auch schon? Ist ja verständlich; man gibt, wenn der Buchwert des Portfolios sinkt, halt eher mal kein Geld für ein Bild eines lokalen Künstlers aus. Oder leistet sich mal keinen Tignanello. Stattdessen zahlt man mit dem verbleibenden Geld die hohen Steuern aus den Boomjahren. Mit diesen unseren Steuern versucht der soziale Staat dann, den Künstlern, denen niemand mehr Bilder abkauft, mit Stipendien oder Ankäufen über irgendwelche Fonds ein Auskommen zu sichern und zahlt den Serviceangestellten, die sich der Wirt nicht mehr leisten kann, Arbeitslosengelder. Bloss, soviel Geld, wie wenn wirs direkt unter die Leute bringen könnten, kommt, wen wunderts, auf dem Umweg über die Behörden, niemals bei eben diesen Leuten an.
Auch Verleger wagen heute wieder zu jammern. Die grossen Pharmafirmen geben hohe sechsstellige Beträge aus für ihre Auftritte an wichtigen Kongressen, für Standmiete, Springbrunnen und Alpenpanoramas, Referenten, Speis- und Tränkung von Kongressteilnehmern, Give-aways und dergleichen mehr. So beispielsweise an den Jahreskongressen der SGIM. Den Kongressorganisatoren seis gegönnt; die Kassiere der Fachgesellschaften können den Zustupf gebrauchen. Was uns Fachzeitschriftenmacher gelegentlich irritiert: Dieselben grossen Pharmafirma können es sich offenbar nicht leisten, den vollen Preis einer Anzeige zu bezahlen.
Der Streik der Klinikärzte in Deutschland verblüfft alle. Auch «Die Zeit» widmet ihm ein Editorial auf der Frontseite. Und versucht, ihm mit Fakten und Sätzen wie diesen auf die Spur zu kommen und zu erklären: Der grösste Ärzteaufstand der Nachkriegsgeschichte könnte der erste Hinweis auf ein neues, für das Gesundheitswesen gesünderes Selbstverständnis der Mediziner an den Kliniken sein. – Das Besondere am Ärztestreik ist weder die exorbitante Gehaltforderung noch die Länge des Arbeitskampfes. Erstaunlich ist, dass überhaupt gestreikt wird. – Die Ära des feudalen Chefarztes geht zu Ende. Und auch seine Herrschaft über die Assistenten bröckelt. – Es wird sich nur dann etwas ändern, wenn (der Klinikarzt) nicht allein für mehr Geld streikt, sondern für das humane Krankenhaus der Zukunft.
Was für eine Bedeutung die Zeit des Patienten hat, über die man als Arzt verfügt, manchmal verantwortungsvoll, manchmal gar leichtfertig, wurde mir in der Studienzeit erstmals bewusst. Es war – unvermeidlich – Freitag, als ich beziehungsweise meine Frau den geröteten Nävus am Rücken entdeckte. Mag sein, die letzte Dermatologievorlesung (vermutlich von Professor Schuppli) war noch in frischer Erinnerung.
Für den «aging male», den alternden Mann (natürlich auch für die alternde Frau), ist fast alles medizinisches Terrain. Die schöne Nachbarin? Medizin – denn es fehlt das Testosteron. Oder schlimmer noch: Es fehlt die Brille, mit der man der Schönheit der Nachbarin überhaupt erst gewahr würde. Oder gehen Sie morgens früh joggen? Medizin! Denn Ihr Herz, Ihre Gelenke, Ihr Rücken halten das nicht mehr so selbstverständlich aus.
Obschon sich wenige objektive Gründe dafür anführen lassen – ich mag ihn irgendwie, unseren Präsidenten Jacques de Haller. Vielleicht gerade wegen der anfangs belächelten, später hingenommenen und inzwischen schon fast geliebten ausufernden Plaudrigkeit seiner Editorials, die ich passagenweise trotz mehrmaligen Lesens nicht verstehe. Ja, ich ahne meist, was er uns (manchmal mutmasse ich allerdings: vielleicht eher sich selber?) sagen will.
Ab und an ist es angebracht, sich einen neuen Anzug zuzulegen, den miefigen Touch des «Altmodischen» loszuwerden, sich um neue Dessins und Materialien zu kümmern, kurz: sich zu verändern. Nicht total, nicht grundlegend, nicht revolutionär. Grad eben so, dass männ- und frauiglich kurz innehält, stutzt und im besten Fall bei sich denkt: Das sollte ich mir eigentlich auch gelegentlich leisten.
Die Therapie der Arthrose basiert wesentlich auf konservativen, nichtmedikamentösen Massnahmen,
kommt aber vielfach nicht ohne medikamentöse Unterstützung aus. Eine Diskussion über die Pharmakotherapie der Arthrose in einer Zeit, da eine gewisse Verunsicherung herrscht über den Stellenwert
von NSAR und Coxiben.
Das Departement Couchepin meints ernst: Jetzt wird gespart im Gesundheitswesen. Und willig machen die obersten BAG-Verantwortlichen mit. Notfalls auch gegen ihre Kollegen Ärztinnen und Ärzte, von denen sie finden, sie klagten auf einem enorm hohen Niveau und könnten durchaus noch etwas kostengünstiger praktizieren. Wir erinnern uns der «SchwarzeSchafe-Diskussion» aus früheren Jahren im Rahmen der FMH.