Autor: Valérie Herzog
Lipidsenkung lohnt sich unbedingt
Prävention kardiovaskulärer Ereignisse
Hohe LDL-Cholesterinspiegel leisten kardiovaskulären Ereignissen Vorschub. Je nach Höhe des LDLCholesterinspiegels und Vorerkrankungen ist das kardiovaskuläre Risiko unterschiedlich gross. Dieses kann aber durch eine intensive Lipidsenkung mindestens um die Hälfte reduziert werden, wie ein Übersichtsreferat am virtuellen Jahreskongress 2020 der European Society of Cardiology (ESC) zeigte.
Kongressnews-EASD
Mehr als «nur» Antidiabetika
Pleiotrope Effekte der GLP-1-Rezeptor-Agonisten
Mit den heute verfügbaren Antidiabetika bei Patienten mit Typ-2-Diabetes nur den Blutzucker zuverlässig zu senken, ist schon fast ein Kunstfehler. Denn die modernen Antidiabetika wie beispielsweise GLP-1-Rezeptor-Agonisten senken neben dem Blutzucker auch das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse. Wie das zustande kommt, ist allerdings ungeklärt. Manches spreche für einen direkten Zusammenhang mit der Senkung des HbA1c, wie Experten am EASD-Kongress ausführten.
Mit Antidiabetika Lebenszeit gewinnen
Zusatznutzen mit GLP-1-Rezeptor-Agonisten berechnen
Wissenschaftliche Evidenz basiert auf reproduzierbaren, prospektiven, randomisierten und plazebokontrollierten Studien. Ihre Ergebnisse fliessen in die Praxis ein, wenn sie überzeugend sind, wie das bei GLP-1-Rezeptor-Agonisten der Fall ist. Die letzte Hürde ist aber der Patient, der vom Vorteil einer lebenslangen Medikation überzeugt werden muss. Mit Wahrscheinlichkeiten und relativen Risikoreduktionen stehen die Chancen schlecht, anschaulicher ist dagegen die gewonnene ereignisfreie Lebenszeit, die mit einem einfachen Kalkulator errechnet werden kann.
Zeit, Bilanz zu ziehen – Was sie können und was nicht
SGLT2-Hemmer
Mit heutigem Erkenntnisstand können SGLT2-Hemmer als Antidiabetika bezeichnet werden, wovon einige kardio- und renoprotektive Eigenschaften besitzen und die auch bei Herzinsuffizienz eingesetzt werden können, zum Teil sogar unabhängig von der Diabeteserkrankung. Prof. Darren McGuire, University of Texas Southwestern Medical Center, Dallas (USA), zog nach fünf Jahren Bilanz über die verfügbare Evidenz.
Editorial
Und wer kümmert sich ums Gemüt?
Vor lauter Corona drohen andere Dinge vergessen zu gehen. Selbst der baldige Ex-Präsident der USA konnte dieses «COVID, COVID, COVID …» nicht mehr hören, auch wenn er andere Beweggründe hatte. Doch Corona ist allgegenwärtig, lebens- und mittlerweile auch stimmungsbestimmend. Das zeigt auch eine vom Bundesamt für Gesundheit in Auftrag gegebene Untersuchung über den Einfluss der COVID-19-Pandemie auf die physische Gesundheit der Schweizer Bevölkerung.
Interdisziplinäre Zusammenarbeit liefert bessere Entscheidungsgrundlage
Interview zum Schwangerschaftskonflikt und -abbruch im Kontext psychiatrischer und neurologischer Erkrankungen
Frauen mit psychiatrischen oder neurologischen Erkrankungen können bei ungeplanten wie auch bei geplanten Schwangerschaften vor schwierige Entscheidungen gestellt sein. Eine gute Unterstützung durch die betreuenden Psychiaterinnen, Neurologinnen und Gynäkologinnen ist deshalb besonders wichtig. Welche Fragen eine ungewollte Schwangerschaft oder ein Schwangerschaftskonflikt in diesem Kontext aufwirft, und was bei dieser Thematik speziell zu beachten ist, diskutierten mit der Gynäkologin Prof. Sibil Tschudin, der Neurologin Prof. Barbara Tettenborn und der Psychosozialmedizinerin in der Gynäkologie, Dr. Saira-Christine Renteria, drei Expertinnen.
Patienten profitieren lang anhaltend
Update COLUMBUS-Studie
Seit knapp 2 Jahren hat sich für Patienten mit einem nicht resezierbaren oder metastasierten BRAF-V600-mutierten Melanom Encorafenib plus Binimetinib als effektive Therapieoption etabliert (1, 2). Eine aktuelle, am diesjährigen Jahreskongress der American Society of Clinical Oncology (ASCO) vorgestellte Analyse der COLUMBUS-Studie zeigte nun, dass Patienten nach 4 Jahren weiterhin hinsichtlich Gesamtüberleben (OS) und progressionsfreien Überlebens (PFS) von der zielgerichteten Kombinationstherapie profitieren.
Antworten auf drängende Fragen
Highlights des europäischen Herzkongresses (ESC)
In diesem Jahr ist auch der grösste Medizinkongress Europas mit zuletzt über 33 000 Teilnehmern dem Coronavirus zum Opfer gefallen. Die Veranstalter haben sich entschlossen, den Jahreskongress der European Society of Cardiology (ESC) virtuell durchzuführen. Das wirkte sich jedoch nicht auf die Anzahl der Teilnehmer aus, im Gegenteil: Durch die kostenlose Teilnahme registrierten sich über 80 000 Interessierte aus 207 Ländern, davon über 20 Prozent aus Übersee, für diesen virtuellen Kongress, der einiges an Neuigkeiten zu bieten hatte.