Dr. med. Maxim Zavorotnyy: Psychiatrie
«Unsere Entscheidungen und unsere Haltung können einen entscheidenden Unterschied machen»
«Unsere Entscheidungen und unsere Haltung können einen entscheidenden Unterschied machen»
Evidenz und Hypothesen zu einem therapeutischen Prozess («Helioskop-Effekt»)
Psychedelisch unterstützte Psychotherapie zeigt bei Traumafolgestörungen vielversprechende und teils anhaltende Wirkungen. Vermutlich wirken dabei eine erhöhte Neuroplastizität, Veränderungen in angstrelevanten Netzwerken und ein erleichterter Zugang zu autobiografischen Erinnerungen zusammen. Zur Erklärung dieser Effekte stellen wir das Prozessmodell des «Helioskop-Effekts» vor: Unter geeigneten Bedingungen – etwa durch sorgfältiges Screening, Vorbereitung, ein stimmiges Set und Setting sowie therapeutische Begleitung – können belastende Erinnerungen erneut erlebt werden, ohne zu überfluten («ermöglichte Exposition»), während zugleich Sicherheit erfahren wird («gewährter Schutz»).
Aktueller Stand der klinischen Evidenz
Psychedelika eröffnen neue Möglichkeiten in der Behandlung von schwer behandelbaren psychiatrischen Störungen. Gleichzeitig machen methodische Grenzen und das weiter zu prüfendes Sicherheitsprofil eine sorgfältige Indikationsstellung sowie gezielte Nachsorge- und Integrationsangebote erforderlich. Für eine sichere und wirksame Anwendung braucht es zudem strukturierte Weiterbildungen und klare Behandlungsstandards.
Seit 2014 erteilt das Bundesamt für Gesundheit (BAG) auf Antrag Ausnahmebewilligungen an Ärztinnen und Ärzte für die beschränkte medizinische Anwendung von LSD, MDMA und Psilocybin bei einzelnen Patientinnen und Patienten. Damit verfügt die Schweiz über eines der weltweit wenigen regulierten Programme ausserhalb klinischer Studien.
Die Alzheimer-Krankheit und andere Demenzerkrankungen gehen mit Depressionen, Agitiertheit und anderen verhaltensbezogenen und neuropsychiatrischen Symptomen einher. Zur Behandlung von Agitiertheit ist das Antipsychotikum Brexpiprazol (Rexulti®) zugelassen. Wie alle atypischen Antipsychotika enthält es jedoch einen Warnhinweis über ein erhöhtes Mortalitätsrisiko bei Menschen mit Demenz. Eine Real-World-Studie untersuchte nun das Mortalitätsrisiko bei einer Medicare-Stichprobe von erstmaligen Anwendern der atypischen Antipsychotika Brexpiprazol oder Aripiprazol mit Demenz.
Mit dem demografischen Wandel rücken neurologische Alterserkrankungen immer stärker in den Fokus
Die Schweizerische Gesellschaft für Angst und Depression (SGAD) hat eine neue Führung: Mitte März übernahm Prof. em. Dr. Martin Hatzinger, medizinische Fakultät der Universität Basel, das Amt des Präsidenten und folgt damit auf Prof. Dr. Erich Seifritz, Psychiatrische Universitätsklinik Zürich.
Rimegepant erwies sich in einer multizentrischen, offenen Phase-II/III-Studie zur Akutbehandlung der Migräne als sicher und gut verträglich, wenn es über 12 Wochen hinweg jeden zweiten Tag und bei Bedarf oder über 52 Wochen ausschliesslich bei Bedarf in einer Dosis von 75 mg verabreicht wurde.
Eine Post-hoc-Analyse untersuchte die Subgruppe der Patienten mit zusätzlich aktuellem und früherem Triptangebrauch.
Die Vielfalt der klinischen Ausprägung einer Depression macht die Suche nach ihren Ursachen besonders herausfordernd. Eine präzisere Charakterisierung klinischer Endophänotypen könnte neue Erkenntnisse liefern und die Ursachensuche erleichtern. Gleichzeitig wächst das Angebot an nicht-medikamentösen Behandlungsoptionen. Dieser Artikel gibt einen Überblick jüngster Forschungsergebnisse zur Entstehung und Behandlung der Erkrankung.
von Jessica Peter
Vernetzt für kompetente Demenzversorgung- Ein Modellprojekt
Demenz stellt eine der grössten gesundheitlichen Herausforderungen unserer alternden Gesellschaft dar, insbesondere, wenn ein komplizierter Verlauf vorliegt. Ein solcher Verlauf ist gekennzeichnet durch somatische Krankheiten (1), aber auch Verhaltens- und psychische Symptome der Demenz (BPSD) wie z.B. akute Verwirrtheitszustände, plötzliche Aggressivität oder Agitation (2). Genau hier setzt das Pilotprojekt Demenz-Kompetenz & Monitoring (DeKoMo, www.dekomo.ch) an, das seit Januar 2025 unter der Leitung der Universitätsklinik für Alterspsychiatrie und Psychotherapie Bern (UPD) und in Kooperation mit Alzheimer Schweiz, der Berner Fachhochschule und den Gesundheitszentren fürs Alter Zürich angelaufen ist.
von Giuliana Crippa1 und Stefan Klöppel1