COPD – die unterschätzte Gefahr
Hinweise zum Management
Die COPD belegt heute Platz 4 der Todesursachenstatistik. Eine kausale Behandlung gibt es bis anhin nicht, jedoch ist eine Verzögerung des Krankheitsverlaufs zu erreichen.
Hinweise zum Management
Die COPD belegt heute Platz 4 der Todesursachenstatistik. Eine kausale Behandlung gibt es bis anhin nicht, jedoch ist eine Verzögerung des Krankheitsverlaufs zu erreichen.
Aus einer retrospektiven Kohortenstudie ging hervor, dass Betablocker als Zusatzmedikamente bei Patienten mit COPD das Risiko für die Mortalität und Exazerbationen ohne Beeinträchtigung der Lungenfunktion senken können. Dieser Benefit zeigte sich auch bei COPD-Patienten ohne kardiovaskuläre Erkrankungen oder Bluthochdruck.
Eine Subgruppenanalyse der UPLIFT-Studie
COPD-Patienten, die sich in einem früheren Erkrankungsstadium (GOLD II) befinden, profitieren von der Behandlung mit dem langwirksamen Anticholinergikum Tiotropium. Das zeigt eine Subgruppenanalyse der UPLIFT-Studie, die im «Lancet» publiziert wurde.
Die Ergebnisse der UPLIFT-Studie
Die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) ist eine vielfach unterschätzte Erkrankung, die mit Invalidität und drastischer Verkürzung der Lebenserwartung einhergeht. Wichtigste «Therapiemassnahme» ist der Rauchstopp. Die Patienten profitieren zudem von einer medikamen- tösen Intervention mit Bronchodilatatoren, wobei sich hier besonders das lang wirksame Anticholinergikum Tiotropium empfiehlt.
Dies zeigt die UPLIFT-Studie, die am 13. Mai 2009 auf einem Satelliten- symposium während des Jahreskongresses der Schweizerischen Gesell- schaft für Innere Medizin (SGIM) in Basel vorgestellt wurde.
Mindestens jeder zweite Patient im frühen Krankheitsstadium wird übersehen
Hausärztinnen und Hausärzte müssen sich den Vorwurf gefallen lassen, viele COPD-Patienten in ihrer Praxis erst zu spät zu diagnostizieren. Doch mit welchem Anteil an COPD-Patienten müssen sie überhaupt rechnen? Mediziner zweier Universitätsinstitute für Hausarztmedizin in Deutschland kommen zu dem Schluss, dass die COPD-Prävalenz bei über 40-jährigen Rauchern in der Hausarztpraxis rund 7 Prozent beträgt. Das ist weniger als bis anhin angenommen.
Therapieversuch gibt die sichere Diagnose in der Praxis
Seit Jahren beschäftige ich mich mit dem Problem COPD/Asthma in der Praxis und kenne die Schwierigkeiten der Praktiker, «richtige» COPD-Patienten von «richtigen» Asthmatikern zu unterscheiden. In der Praxis ist alles anders und nicht so sonnenklar wie die Professoren an den Universitäten, die von unseren praxisspezifischen Problemen keine Ahnung haben, es uns weiszumachen versuchen. Patienten, die vor den Praktikern sitzen, tragen leider keinen COPD- oder Asthmakleber auf ihrer Stirn. Die COPD ist ein Mix aus asthmatischen und bronchitischen Anteilen.
Eine vier Jahre dauernde Studie bestätigte, dass der Bronchodilatator Tiotropium die Lungenfunktion bei Patienten mit chronisch obstruktiver Lungenkrankeit (COPD) verbessert. Am Ausmass des stetigen Verlusts der Lungenfunktion bei COPD ändert das Medikament jedoch nichts. Ein weiteres wichtiges Ergebnis der Studie ist, dass Tiotropium keine Erhöhung des kardiovaskulären Risikos bewirkte. Entsprechende Bedenken waren aufgrund von Metaanalysen laut geworden.
In einer randomisierten, doppelblinden plazebokontrollierten Studie an 22 Zentren in China wurde die präventive Wirkung eines Mukolytikums auf akute Exazerbationen bei chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) unter-
sucht.
Wie man sie diagnostiziert und behandelt
Die weltweite Bedeutung der COPD (chronic obstructive pulmonary disease) wird in den nächsten Jahren deutlich zunehmen: Zum einen steigen Prävalenz und Mortalität enorm an: Allein 15 bis 20 Prozent aller Raucher er- kranken an COPD. Im Jahr 1990 war die COPD noch an 6. Stelle bei der Häufigkeit der Todes- ursachen, sie wird aber voraussichtlich bis 2020 auf den 3. Platz (hinter Herz-Kreislauf- und zerebrovaskulären Krankheiten) vor- rücken. Der Ressourcenverbrauch ist erheblich. Die Gesamtkosten übersteigen die Arzneimittelkosten um das Vier- bis Fünffache. Zum anderen wurden in letzter Zeit wesentliche neue Erkenntnisse über die Krankheitsentste- hung gewonnen, die grundlegend neue Behandlungsmethoden ermöglichen.
Empfehlungen des American College of Physicians zu Diagnose und Therapie der stabilen chronisch obstruktiven Lungenerkrankung
Bei der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) ist das Angebot an pharmakologischen und anderen Therapien gross. Eine systematische Review und deren Essenz in Form von sechs Empfehlungen für die Praxis versuchen Klarheit zu schaffen.