Rosenbergstrasse
Überaus ehrliche Perfidie steht folgendem Geständnis Pate: «Ich find’s schlimm, was er macht. Gut, es stimmt nicht, ich hab’s nur erfunden, aber ich find’s schlimm.»
Überaus ehrliche Perfidie steht folgendem Geständnis Pate: «Ich find’s schlimm, was er macht. Gut, es stimmt nicht, ich hab’s nur erfunden, aber ich find’s schlimm.»
Es gab eine Zeit, da konnten unsere Kollegen ihre gut gehenden Praxen für Hunderttausende Franken einem Nachfolger verkaufen. Und das Arzthaus gleich mit dazu, wenn der es wollte. Später dann versuchte die FMH, jungen Praktikern den Einstieg in die Praxis zu erleichtern und drängte darauf, bei Praxisübergaben keinen «Goodwill» mehr zu zahlen. Dieser plötzliche Aberwillen gegen «Goodwill» hatte viel mit dem Begriff selbst zu tun.
Auf der griechischen 1-Euro-Münze prangt eine grossäugige Eule – genau wie vor zweieinhalbtausend Jahren auf den altgriechischen Silberdrachmen. Die Redewendung «Eulen nach Athen tragen» im Sinne von «etwas Überflüssiges tun» ist eine Anspielung darauf, dass es in Athen zum einen viele Eulen (als Symbol der Weisheit) gab, zum andern viele Silbermünzen mit Eulen auf der Rückseite. Denn Athen war reich und hatte keinen Bedarf an noch mehr «Eulen» (Münzen). Der griechische Dichter Aristophanes schrieb in seiner Komödie «Die Vögel»: «An Eulen wird es nie mangeln.»
Das also (merken Sie es sich gut!) sind die Themen, die uns als Mediziner (auch noch) beschäftigen sollten – jedenfalls wenn es nach den Vorstellungen der daran Interessierten geht: die Evolution des Gesundheitswesens (wow!). Business Intelligence in der heterogenen Systemlandschaft Spital (hmmm?). Big Data im Gesundheitswesen (na also, die aktuellen Schlagworte kommen). Und weiter, ohne dumme Kommentare: Analyse der Patientenströme. Fraud Detection.
Manchen Kantonen und vielen Gemeinden fehlen Geld und – nicht nur Hausärzte, sondern auch – Polizisten. Eine deutsche Stadt hat aus der Not eine Tugend gemacht und am Strassenrand Papp-Polizisten – Attrappen also – aufgestellt, die auf Autofahrer so echt wie möglich wirken (sollen). Man erhofft sich einen Tritt aufs Bremspedal und eine Reduktion der Geschwindigkeit. Eigentlich eine gute Idee.
Heureka, der Bundesrat hat’s begriffen! Endlich! Er hat – zwar nach langem und lange Zeit erfolglosem Drängen, Nachfragen, Auffordern und sich aufs Öffentlichkeitsprinzip Berufen – nachgegeben und die Polynomics-Studie publiziert. Nolens volens. Aber immerhin, er hat. In seinem Communiqué vom 20. Mai schreibt er: «Ob Arzneimittel vom Arzt direkt abgegeben oder über eine Apotheke bezogen werden, hat auf die Gesamtausgaben der obligatorischen Krankenpflegeversicherung keinen Einfluss. Dies legt eine Studie nahe, von der der Bundesrat heute Kenntnis genommen hat.» So schön!
An einem kam man vergangene Woche ganz bestimmt nicht vorbei. An Joseph (Sepp) Blatter. Der Walliser ist phänomenal. Um ihn herum werden die Leute zuhauf verhaftet, mitten im schönen, sonst so sicheren Zürich, direkt aus dem besten Hotel am Platz heraus, nur der Präsident der FIFA lächelt und wird anderntags grossartig wiedergewählt. Korruption? Aber bitte! Korrupt ist, wer für eine Gefälligkeit Geld erhält. Blatter aber erhält nie Geld.
In einem Beitrag über «Interprofessionalität» war – etwas komprimiert – die Rede von Plattformen, auf denen man seine Vorstellungen präsentieren darf, Handlungsfelder aufzeigen, Schnittstellen definieren kann, von Kernkompetenzen einzelner Akteure, für deren Einbindung in eine professionenübergreifende Kooperation Arbeitsgruppen zu bilden seien. Am Ende dieses Prozesses sollten dann – zum Beispiel – Thesenpapiere über mögliche Modelle der interprofessionellen Zusammenarbeit stehen.