Autor: Richard Altorfer
Rosenbergstrasse
Sie: «Du musst auch mal Gefühle zulassen!» – Er: «Sind zu!»OOOÜber eine Tragödie wie den Absturz des Germanwings-Airbus macht man keine Witze. Denken Sie. Das Internet denkt anders. Immerhin trifft’s manchmal die Richtigen. Beispiel: Katastrophenjournalist in Haltern (der Ort, an dem die 16 verunfallten Schüler wohnten): «Entschuldigen Sie, kannten Sie irgendwen von den Toten? Nein? Auch nicht für 75 Euro? Ach, Sie sind auch Journalist? Schade, dann eben nicht.»
Konflikt und Veränderung
Gibt es einen «Generationenkonflikt in der Hausarztmedizin» (Titel eines Leserbriefs)? Eine gute Frage, die unter Kolleginnen und Kollegen gern diskutiert wird. Der bald 80-jährige Leserbriefschreiber stellt fest (vielleicht beklagt er sich auch darüber), dass heute die technischen Hilfsmittel gegenüber der Vertiefung in die Anamnese und die Persönlichkeit des Patienten überbewertet werden, dass eine körperliche Untersuchung kaum noch stattfindet, dass Palpation und Auskultation aus der Mode gekommen sind zugunsten eines Mix aus Patientenangaben und Laborresultaten.
Rosenbergstrasse
Klein Leon: «Mami, wenn ich erwachsen bin, will ich so werden wie Papi.» Mami: «Beides geht nicht, Schätzli.»
OOO
«Choosing wisely» ist das neue Modewort. Sozusagen das Pendant zu den längst gängigen «Guidelines». Während Guidelines – in banalem unsexy Deutsch Richtlinien genannt – uns sagen, was wir als Mediziner tun sollten, will uns das Projekt «Choosing wisely» lehren und anleiten, diagnostisch wie therapeutisch Unnötiges nicht zu veranlassen. Der Unterschied ist marginal: nicht dieses tun, heisst jenes (oder gar nichts) tun. Choosing wisely bedeutet mit andern Worten, Richtlinien zu folgen. Tönt aber wichtiger, zweifellos. Irgendwie auch schöner. Und vor allem lässt sich unter dem neuen Schlagwort wieder mehr Aufmerksamkeit für eine ganze Reihe von Symposien erzielen – die im besten Fall auch nicht mehr sind als die guten alten Workshops und Fortbildungsveranstaltungen.
Wer war eigentlich … – Herr Asperger?
Rosenbergstrasse 115
Das beliebteste Menü im Altersheim soll, so sagt es jemand, der es wissen muss, Toast Hawaii sein. Das war für die Bewohner, die heute um die 80 sind, in jüngeren Jahren offenbar ein unvergessliches exotisches Novum. Worauf werden WIR uns wohl dereinst im Altersheim am meisten freuen? Auf Pizza? Schnipo? Riz Casimir? Und die jetzt Vierzigjährigen? Auf Trutenschnitzel? Oder doch eher auf Vegi-Burger und Rucolasalat?
Rosenbergstrasse 115
Nichts auslassen, sich alles gönnen, nicht sparen auf den Sankt-Nimmerleinstag hin, kein Blatt vor den Mund nehmen, keine falschen Rücksichten, sich täglich freuen über all das Schöne auf der Welt, sich nicht über Kleinigkeiten aufregen, aber sich laut einsetzen gegen alle Ungerechtigkeiten, auch wenn man keinen Erfolg hat – warum brauchts immer einen tödlichen Unfall oder einen krankheitsbedingten Schicksalsschlag im Freundes- oder Bekanntenkreis, damit man sich das wieder mehr zu Herzen nimmt?
N-Acetylcystein reduziert die Exazerbationsfrequenz bei COPD
HIACE und PANTHEON bestätigen Wirksamkeit
N-Acetylcystein (NAC) besitzt bekanntlich sowohl mukolytische als auch antioxidative Eigenschaften. Für den Einsatz bei chronischer Bronchitis und COPD sind beide Effekte von Bedeutung. Klinisch von Belang ist bei COPD vor allem die Wirkung auf die Exazerbationsfrequenz. Unterschiedliche Studienresultate haben in den letzten Jahren immer wieder kontroverse Diskussionen um das N-Acetylcystein entfacht. HIACE und PANTHEON, zwei kürzlich publizierte Studien mit über 1000 COPD-Patienten, bestätigen nun die Wirksamkeit von NAC. Beide Studien zeigen, dass NAC die Lungenfunktion verbessert und die Anzahl Exazerbationen bei COPD-Patienten signifikant reduziert.
Wein trinken und auch Wein predigen
In einer für ihre kritische Haltung bekannten Medizinzeitung (ARS MEDICI übernimmt gelegentlich Beiträge daraus) erschien kürzlich ein ausführlicher Beitrag über die «Neuen oralen Antikoagulanzien» (NOAK). Besprochen und verglichen wurden die vier grossen Phase-III-Studien: RE-LY, ROCKET-AF, ARISTOTLE und ENGAGE AFTIMI 48. Das Ergebnis der Metaanalyse im Hinblick auf den Vergleich mit den klassischen Vitamin-KAntagonisten (VKA) fiel aus, wie zu erwarten: moderat zugunsten der NOAK. Konkret: Das Risiko von Thromboembolien wurde durch die NOAK etwa im gleichen Mass gesenkt wie durch VKA, aber die VKA verursachten mehr Blutungen, auch zerebrale, und das Todesrisiko war unter NOAK etwas geringer.
Rosenbergstrasse
Freund Kari, erstaunt ob der Frage: Meine Religionszugehörigkeit? Gutgläubig.
OOO
Religion, Islamismus, Diskriminierung, Asyl, Dichtestress – alles hat mit allem zu tun, alles wird mit allem vermischt und ergibt entweder einen unverdaulichen Brei, ein unverständliches Gemisch oder manchmal die Einsicht, dass (was natürlich eine Plattitüde ist) das Wenigste schwarz oder weiss ist, sondern das Meiste grau, gestreift, kariert oder sogar bunt. Wobei bunt auch nicht immer nur lustig bedeuten muss. Nachfolgend einige Gedanken und Statements, Zitate und Meinungen, die mit Medizin wenig zu tun haben, aber auch alle Mediziner betreffen.