Pneumologie – Zwei Studien zu COVID-19 geplant
Interview mit Prof. Dr. Jörg Leuppi Chefarzt Medizinische Universitätsklinik Kantonsspital Baselland, Liestal
Interview mit Prof. Dr. Jörg Leuppi Chefarzt Medizinische Universitätsklinik Kantonsspital Baselland, Liestal
Luftverschmutzung aus Sicht der Pneumologie
Schadstoffbelastete Luft schadet der Gesundheit – daran sollte es heute aus wissenschaftlicher Sicht keine Zweifel mehr geben. Diesem emotional so belasteten Thema wurde auf dem Jahreskongress der European Respiratory Society eine ganze Session mit dem Titel «Stirbt Ihr Patient an Luftverschmutzung?» gewidmet. Einen Überblick über die wissenschaftlichen Fakten gab Prof. Barbara Hoffmann aus Düsseldorf (D).
Die Erkenntnisse aus randomisierten, nach allen Regeln der wissenschaftlichen Kunst durchgeführten Studien gehören zwar zur soliden Basis ärztlichen Handelns – für die Anwendung in der Praxis sind sie jedoch oft nicht 1:1 umsetzbar. Schliesslich erfüllten «nur weniger als 20 Prozent der Patienten mit bestimmten Erkrankungen die strengen Einschlusskriterien für derartige Studien», schreibt Prof. Claus Franz Vogelmeier im Geleitwort des kürzlich neu publizierten Werks «Pneumologie für die Praxis».
Mehrgleisig fahren für eine bessere Lebensqualität
Die Behandlung der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) besteht aus vielen Facetten. Ziel dabei ist letztlich die Verbesserung der Lebensqualität. Wie dies erreicht werden kann, erklärte Prof. Michael Tamm, Chefarzt Pneumologie und Leiter Lungenzentrum, Universitätsspital Basel.
Korrekte Inhalation als unterschätzter Faktor für den Therapieerfolg
Damit eine inhalative Therapie im klinischen Alltag optimale Wirksamkeit entfalten kann, muss sie ihren Wirkort erreichen. Dies setzt korrekte Inhalation voraus. Im klinischen Alltag ist man davon leider in vielen Fällen noch weit entfernt.
Brauchen wir überhaupt Diagnosen?
Eine internationale Gruppe schlug im vergangenen Jahr vor, die Diagnosen Asthma und COPD als definierte Entitäten zu streichen und alleine auf eine individualisierte Therapie der Betroffenen und ihrer Symptome zu setzen. Dieser radikale Ansatz wurde von einer Kommission des Journals «The Lancet» aufgegriffen, die ihren Report im Rahmen des ERS 2017 präsentierte.
Gutes Ansprechen auf Steroide – Hoffnung durch neue Biologika
Eosinophiles Asthma zeichnet sich durch eine schwere Symptomatik und häufige Exazerbationen aus. Therapeutika, die den IL-5-Signalweg hemmen, könnten gerade für diesen Asthmasubtyp entscheidende Verbesserungen bringen.
Prävention rückt in den Fokus, neue Klassifikation, mehr Individualisierung
Personalisierte Therapie liegt im Trend. Mit der aktualisierten GOLD-Leitlinie soll auch die COPD-Therapie diesem Ziel ein Stück näher kommen. Darüber hinaus haben sich auch bei der Definition der COPD sowie in der Prävention wichtige Neuerungen ergeben. Auf dem ERS-Kongress befasste sich eine ganze Sitzung mit der neuen Leitlinie.
Zur kranken Lunge kommt häufig noch ein krankes Herz
Patienten mit COPD leiden in aller Regel unter vielfältigen Komorbiditäten. Besonders häufig und durch das Rauchen auch ätiologisch verknüpft ist die Kombination von COPD und kardiovaskulärer Erkrankung. Kardiovaskuläre Begleiterkrankungen beeinflussen die Prognose ungünstig und sollten diagnostiziert sowie bei Therapieentscheidungen berücksichtigt werden.
Tipps bei entzündeten Luftwegen und schwerem Asthma
Je nach Klinik muss die Behandlung von Asthma anders konzipiert werden. Bei entzündeten Luftwegen ist ein Blick auf die Eosinophilen sinnvoll, bei schwerem Asthma können Add-on-Therapien Linderung verschaffen, wie am gemeinsamen Jahreskongress von CHEST und der Schweizerischen Gesellschaft für Pneumologie zu hören war.