Schlagwort: Hausarztmedizin
Kardiale Transthyretin-Amyloidose: Welche Therapieoptionen es derzeit gibt
Die ATTR-Amyloidose ist eine Erkrankung ausgelöst durch fehlerhafte Proteinfaltung. Sie lässt sich mittlerweile durch unterschiedliche Ansätze stabilisieren, in der Entstehung unterdrücken oder mit der Auflösung der Amyloidablagerungen möglicherweise rückgängig machen. Zum Stand der Entwicklung und zum Einsatz der verfügbaren Therapien berichteten ausgewiesene Experten auf diesem Gebiet am Jahreskongress der European Society of Cardiology (ESC).
Awareness, Versorgungsstrukturen und Forschung: Seltene Krankheiten in der Schweiz
In der Schweiz gilt eine Krankheit als selten, wenn weniger als eine von 2000 Personen betroffen ist. In ihrer Gesamtheit stellen seltene Krankheiten jedoch ein relevantes gesundheitliches Problem dar: Rund eine von 14 Personen lebt mit einer seltenen Erkrankung. Eine Veranstaltung am UniversitätsKinderspital Zürich widmete sich der Sensibilisierung für diese Krankheitsgruppe und zeigte Perspektiven für eine verbesserte Versorgung der Betroffenen auf.
Vaskuläre Risikofaktoren: Die Kognition leidet mit
Immer mehr kristallisiert sich heraus, dass die klassischen kardiovaskulären Risikofaktoren nicht nur die Herzgesundheit beeinträchtigen, sondern auch die Hirngesundheit, etwa durch Hirnschläge oder Demenz. Die gute Nachricht ist, dass diese Risikofaktoren modifizierbar sind und eine konsequente Reduktion die Lebenserwartung bei klarem Geist verlängern kann. Der Aufwand lohnt sich, wie Prof. Dr. Marcel Arnold, Chefarzt, Leiter Stroke Center und Ambulantes Neurovaskuläres Zentrum, Inselspital Bern, am AGLA Update Meeting betonte.
Adipositastherapie: Der Nutzen ist allumfassend
Eine Adipositastherapie beginnt mit der Bestimmung des Body-Mass-Indexes, dessen Limitationen man sich aber bewusst sein muss, wie PD Dr. Konstantinos Koskinas, Oberarzt Kardiologie, Inselspital Bern, am AGLA Update Meeting ausführte. Ungeachtet des Messparameters bringt eine Therapie in jedem Fall einen Nutzen für den ganzen Körper, insbesondere aber für das Herz und damit für die Lebenserwartung.
REDUCE-IT: Triglyzeride senken reduziert kardiovaskuläre Ereignisse
Triglyzeride rücken zunehmend ins Rampenlicht, erhöhen sie doch ebenfalls das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse. Eine Senkung der Triglyzeride reduziert dieses Risiko, und zwar unabhängig vom TriglyzeridGlukose(TyG)-Index, wie die am Jahreskongress der European Association for the Study of Diabetes (EASD) präsentierte Subanalyse der REDUCE-IT-Studie gezeigt hat.
SURPASS-CVOT: Kardiovaskuläre Prüfung bestanden
Am Jahreskongress der European Association for the Study of Diabetes (EASD) wurden die Langzeitdaten des GIP-/GLP-1-Rezeptoragonisten Tirzepatid in einer Nichtunterlegenheitsstudie präsentiert. Als Vergleichssubstanz diente nicht wie üblich Plazebo, sondern der GLP-1-Rezeptoragonist Dulaglutid, dessen kardiovaskuläre Vorteile bereits bekannt waren.
Risiko für Herz und Gefässe: Lipidsenkung zu häufig vernachlässigt
Während viele Patienten Therapien für zu hohen Blutdruck und Diabetes erhalten, wird die Lipidsenkung nicht mit gleicher Konsequenz durchgeführt. Dabei gilt hohes LDL-Cholesterin als der stärkste kardiovaskuläre Risikofaktor. Welche Optionen zur Verfügung stehen, wie stark diese wirken und bei wem sich eine Therapie lohnt, erklärte Prof. Dr. Roger Lehmann, Universitätsspital Zürich, an einer FOMF-Veranstaltung in Zürich.
SOUL-Studie: Auch oraler GLP-1-RA ist unbedenklich fürs Herz
Für den subkutan zu verabreichenden GLP-1-Rezeptoragonisten (GLP-1-RA) Semaglutid war in den vergangenen Jahren der Beweis zur kardiovaskulären Unbedenklichkeit erbracht. Für die später entwickelte orale Form wurden diese Daten kürzlich publiziert. Am Jahreskongress der European Association for the Study of Diabetes (EASD) ist die kardiovaskuläre Outcome-Studie SOUL besprochen und Subanalysen präsentiert worden.
Asthma & COPD: Was ist wichtig für die Abklärung und Therapie?
Asthma und COPD können mittlerweile gut behandelt werden, wenn die diagnostischen Mittel ausgeschöpft werden. Dazu gehört auch die Messung der Eosinophilenzahl, die die Krankheitsschwere gut widerspiegelt. Die diagnostischen und therapeutischen Schritte erläuterte Prof. Dr. Jörg Leuppi, Kantonsspital Baselland, am Jahreskongress der Schweizerischen Gesellschaft für Allgemeine Innere Medizin (SGAIM) in Basel.