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JOURNAL CLUB
Bronchitis: weniger Ausfalltage mit Pelargonium
Etwa 5% der erwachsenen Bevölkerung in Europa erleiden jährlich eine akute Bronchitis. Die meist virale Erkrankung ist eine der Hauptursachen für Arbeits- oder Schulausfälle, mit einer durchschnittlichen Abwesenheitsdauer von 4 Tagen: Die Behandlung der akuten Bronchitis ist meist sym ptomatisch. Eine retrospektive Studie mit 376 366 Daten von Patienten mit akuter Bronchitis aus nahezu 3000 deutschen Hausarztpraxen verglich nun die Wirksamkeit von Pelargonium sidoides (EPs® 7630, Umckaloabo®), Ambroxol, Acetylcystein und Antibiotika. Dabei interessierten die Rezidivrate von akuter Bronchitis, Antibiotikaverschreibungen, Krankheitstage sowie die Inzidenz von Komplikationen wie Pneumonie oder chronischer Bronchitis. 1994 Patienten erhielten EPs® 7630, 14 952 Ambroxol, 24 149 Acetylcystein und 335 271 Antibiotika.
Es zeigte sich, dass die Patienten innerhalb der folgenden 365 Tage unter dem pflanzlichen Arzneimittel im Vergleich zu den anderen Therapien signifikant weniger erneute Konsultationen wegen akuter Bronchitis benötigten (Hazard Ratio [HR] im Vergleich zu Ambroxol: 0,74; HR im Vergleich zu Acetylcystein: 0,78; HR im Vergleich zu Antibiotika: 0,75; jeweils p < 0,001). Des Weiteren war die Inzidenz von Antibiotikaverschreibungen unter EPs® 7630 im Vergleich zu Acetylcystein signifikant tiefer (HR: 0,89, p = 0,020). Auch das Risiko für Komplikationen war im Vergleich zu den übrigen Verschreibungsgruppen geringer, ebenso der Anteil Patienten mit einer Krankheitsdauer > 3 bzw. ≥ 7 Tage.
Die Verschreibung von EPs® 7630 ist mit einer geringeren Häufigkeit von Krankheitsrezidiven und Komplikationen, einem reduzierten Bedarf an Antibiotika und einer Verringerung der Ausfalltage verbunden, so das Fazit der Autoren. vh
Quelle: Gillissen A et al.: Prescription of EPs 7630 is associated with shortand long-term benefits in acute bronchitis: a real-world data analysis. Front Pharmacol. 2025;16:1652203. Published 2025 Sep 15. doi:10.3389/fphar.2025.1652203 Die Studie wurde von Schwabe Pharma finanziert.
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