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EDITORIAL
Versorgung besser sichern
Am 3. Oktober 2024 reichte das Ini tiativkomitee «Ja zur medizini schen Versorgungssicherheit» der Bundeskanzlei über 130 000 Unterschriften für eine Ergänzung der Bundesverfassung ein. Diesem Initiativkomitee gehörten auch drei Vorstandsmitglieder der APA – Ärzte mit Patientenapotheke an.
Der Wortlaut der Initiative sieht vor, dass der Bund die erforderlichen Rahmenbedin gungen schaffen müsse, um einen Mangel an Heilmitteln und wichtigen medizinischen Gütern zu verhindern. Zu diesem Zweck habe er verschiedene Massnahmen im In land vorzusehen sowie in Zusammenarbeit mit dem Ausland für zuverlässige Liefer ketten zu sorgen.
Der Bundesrat unterstützt das Anliegen. Er entschied sich deshalb, der Volksinitia tive einen Gegenentwurf zu unterbreiten. Hierfür erfolgte 2025 eine Vernehmlassung zu einem leicht kürzeren Verfassungsarti kel, der von der Zielsetzung her aber in die selbe Richtung wie der Initiativtext ging.
Volksinitiative oder Gegenentwurf? Mit Spannung warten wir nun auf den «definitiven» Verfassungsartikel, den der Bundesrat dem National- und Ständerat zur Annahme empfehlen will. Die Überwei sung der Initiative und des Gegenentwurfs dürfte im Verlauf der nächsten Monate er folgen, da Volksinitiativen einem klaren zeitlichen «Setting» unterliegen.
Wenn unsere Initiative oder der Gegen entwurf von den Räten gutgeheissen so
wie von Volk und Ständen an der Urne an genommen werden sollte, wäre ein erster, wichtiger und wertvoller Eckpfeiler gesetzt. Die eigentliche Arbeit wird dann aber erst beginnen. Gilt es doch, die geforderten ökonomischen und gesundheitspolitischen Zielsetzungen und Forderungen zielgerich tet umzusetzen.
Verfügbarkeit von Arzneimitteln erhöhen Da es sich hierbei um eine «Querschnitts aufgabe» handelt, welche die Privatwirt schaft, die Gesundheitspolitik, die Aus senwirtschaftspolitik, die wirtschaftliche Landesversorgung wie auch den Bund und die Kantone betrifft, ist ein kooperatives und koordiniertes Vorgehen zwingend.
Nur gemeinsam kann die Verfügbarkeit von wichtigen Arzneimitteln und medizini schen Gütern erhöht, verbessert und ge währleistet werden. Den Patientinnen und Patienten schulden wir, engagiert für eine bestmögliche Versorgung im Alltag wie auch im Krisenfall mit all seinen Konsequenzen einzustehen. Je schneller wir Wirkung er zielen, desto besser!
PS: Mehr zum Thema Versorgungssicher heit erfahren Sie auch an der Informations veranstaltung der APA, siehe Seite 56.
Ihr Sven Bradke
Dr. rer. publ. HSG Sven Bradke Geschäftsführer der APA – Ärzte mit Patientenapotheke
ars medici 2 | 2026 51