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JOURNAL CLUB
Kaffeeverzicht nach Kardioversion unnötig
Nach gängiger Auffassung wirkt koffeinhaltiger Kaffee pro-
arrhythmisch. Ob koffeinhaltiger Kaffee im Vergleich zur
Abstinenz von Kaffee und Koffein einen Einfluss auf rezidivie-
rendes Vorhofflimmern hat, untersuchte eine prospektive,
offene und randomisierte Studie. Dazu nahmen 200 kaffee-
trinkende Erwachsene oder ehemalige Kaffeetrinker mit per-
sistierendem Vorhofflimmern oder Vorhofflattern mit vor-
maligem Vorhofflimmern teil, bei denen eine Kardioversion
geplant war. Die Patienten wurden angehalten, nach der
Kardioversion während sechs Monaten entweder mindestens
1 Tasse Kaffee pro Tag zu trinken (n = 100) oder vollständig
kaffee- (auch entkoffeiniert) bzw. koffeinabstinent zu blei-
ben (n = 100). Als primärer Endpunkt der Studie galt das
klinisch festgestellte Wiederauftreten von Vorhofflimmern
oder Vorhofflattern über einen Zeitraum von sechs Monaten.
Entgegen der Erwartungen lag die Rezidivrate in der Kaffee-
konsumgruppe tiefer als in der Abstinenzgruppe (47 vs. 64%)
mit einer signifikanten Risikoreduktion von 39%, vor allem
beim Vorhofflimmern. Eine Tasse Kaffee nach Kardioversion
schadet demnach nicht, und es muss nicht davon abgeraten
werden. Ein signifikanter Unterschied bei den unerwünsch-
ten Ereignissen wurde nicht beobachtet.
vh
Quelle: Wong CX et al.: Caffeinated Coffee Consumption or Abstinence to Reduce Atrial Fibrillation: The DECAF Randomized Clinical Trial. JAMA. 2025 Nov 9:e2521056. doi:10.1001/jama.2025.21056
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