Schlagwort: Epilepsie
Schwangerschaft und Epilepsie
Frauen mit Epilepsie und Kinderwunsch müssen gut beraten werden. Die meisten Kinder unter Antikonvulsiva während der Schwangerschaft kommen gesund zur Welt. Das Risiko für Fehlbildungen unter Antikonvulsiva hängt vom Medikament und seiner Dosis ab. Sollte eine Medikamentenumstellung geplant sein, muss dies langfristig, nach Möglichkeit mindestens ein Jahr vor der geplanten Schwangerschaft erfolgen. Präkonzeptionelle Folsäureeinnahme zeigt positive Effekte bezüglich Kognition und Verhalten des Kindes, daher sollte dies nicht vergessen werden. Frauen sollten aufgefordert werden, bei dem prospektiven EURAP- Schwangerschaftsregister mitzumachen.
Epileptischer Anfall, Epilepsie und Syndrome
Was Hausärzte zur neuen Epilepsieklassifikation wissen müssen
Die Therapie eines Patienten mit einer Epilepsie ist differenzierter und umfassender geworden, und sie geht weit über die Verordnung von Antiepileptika hinaus. Die Klassifikation von epileptischen Anfällen und Epilepsien ist wichtig, um den Patienten so gezielt wie möglich zu behandeln. Den Hausärzten kommt dabei eine wichtige Rolle zu, sowohl für die exakte Beobachtung und Beschreibung der Anfälle als auch für die Evaluation von Komorbidität und potenziell ätiologischen Faktoren.
Was ist bei Frauen mit Epilepsie zu beachten?
Kontrazeption
Da Antiepileptika mit teratogenen Risiken verbunden sind, sollten Epilepsiepatientinnen nicht ohne sorgfältige Planung schwanger werden. Eine konsequente Kontrazeption ist somit von grosser Bedeutung. Bei der Auswahl geeigneter Verhütungsmethoden müssen Wechselwirkungen zwischen Antiepileptika und hormonellen Kontrazeptiva berücksichtigt werden.
Medikamentöse anfallspräventive Behandlung in der Neuroonkologie
Mit einem Risiko bis zu 80 Prozent für das Auftreten epileptischer Anfälle bilden Patienten mit primären (hirneigenen) oder sekundären (metastatischen) Hirntumoren eine wichtige Patientenpopulation in der Epileptologie. Zusätzlich zu den strukturellen Defekten durch das Tumorwachstum bestehen bei diesen Patienten weitere Risikofaktoren, die Anfälle begünstigen können, wie Nebenwirkungen von Strahlen- und Chemotherapie oder metabolische Entgleisungen unter Steroiden. Des Weiteren gilt es, Interaktionen mit Chemotherapeutika oder supportiven Therapien bei der Wahl der Antiepileptika zu berücksichtigen.
Epilepsie als Risikofaktor sozialer Integration – eine neuropsychologische Perspektive
Soziale Beziehungen formen unseren Alltag und sind entscheidende Determinanten der Lebensqualität. Kognitive und affektive Prozesse, welche für den reibungslosen Verlauf sozialer Interaktionen erforderlich sind, können bei Personen mit Epilepsie durch zahlreiche Faktoren beeinträchtigt werden. So sind komorbide psychologische und psychiatrische Komplikationen häufig bei Epilepsien und können die Bewertung sozial relevanter Informationen dysfunktional beeinflussen. Darüber hinaus können neuropsychologische Defizite wie eine verminderte Verarbeitungsgeschwindigkeit sowie Gedächtnis- oder Aufmerksamkeitseinbussen mit der Reziprozität sozialer Interaktionen interferieren. Diese Übersichtsarbeit stellt neuropsychologische Aspekte sozialer Interaktionen am Beispiel soziokognitiver Funktionen bei Temporallappenepilepsien in den Mittelpunkt.
Medikamentöse Behandlung der Epilepsie bei Erwachsenen
Bei der Epilepsie handelt es sich um eine Gehirnerkrankung mit vielfältigen Ursachen und Erscheinungsformen. Für die Behandlung stehen zahlreiche Antiepileptika zur Verfügung. In einer Übersichtsarbeit wurde der aktuelle Wissensstand zur Therapie erwachsener Epilepsiepatienten zusammengefasst.
Wissen und Hilfe zur Selbsthilfe
famoses – ein modulares Schulungsprogramm Epilepsie für Familien
Die Tatsache, dass die Diagnose Epilepsie noch immer mit zu einer Stigmatisierung, zu einer Verunsicherung der Familien und deren Umfeld (Kindergarten, Schule, Sportgruppen etc.) führt, erfordert eine Verbesserung der Information sowohl der betroffenen Patienten als auch ihrer Bezugspersonen. Als Teil des umfassenden Behandlungskonzeptes epilepsiekranker Patienten wurden verschiedene Schulungskonzepte für Erwachsene (MOSES), Jugendliche (Flip-Flap) und Kindern mit ihren Eltern (famoses) entwickelt, die auch in der Schweiz in deutscher Sprache angeboten werden.
Aktuelle medikamentöse Epilepsiebehandlung im Erwachsenenalter
Die medikamentöse Behandlung der Epilepsien beruht auf dem Konzept, durch die kontinuierliche präventive Behandlung dem Auftreten weiterer epileptischer Anfälle vorzubeugen. In den letzten 20 Jahren wurden in der Schweiz neben den fünf vorgängig gebräuchlichsten Standardsubstanzen 14 neue Präparate zur Pharmakotherapie von Epilepsien zugelassen. Die Wahl des geeigneten Präparates ist für den einzelnen Betroffenen damit individueller, für den behandelnden Neurologen aber auch anspruchsvoller geworden.
Management der chronischen Epilepsie
Eine Übersicht
Etwa zwei Drittel der Epilepsiepatienten können mit Antiepileptika eine Anfallsfreiheit erreichen. Die Behandlung sollte den individuellen Erfordernissen des Patienten entsprechen.