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KURZ & BÜNDIG
Reduzierter Arbeitsausfall mit CGRP-Antikörpern
Während die klinische Wirksamkeit von CGRP-Antikörpern in der Behandlung von Migräne gut belegt ist, ist über ihre Auswirkungen auf Behandlungsmuster und Fehlzeiten am Arbeitsplatz wenig bekannt. Eine schwedische Registerstudie untersuchte Migränebehandlungs- und Fehlzeitenmuster vor und nach der Erstattung von CGRP-Antikörpern im Jahr 2019.
Dabei wurden insgesamt 40 247 Patienten einbezogen. Der Anteil der Patienten, denen nach der Diagnose eine neue präventive Behandlung verschrieben wurde, stieg in der Zeit zwischen den beiden Beobachtungszeiträumen (2015/6 und 2019–2021) von 16,2 auf 22,4%. Patienten, die zwischen 2019 und 2021 diagnostiziert wurden, begannen im Vergleich zu früheren Kohorten mehr neue präventive Behandlungen mit CGRP-Antikörpern. Die Regressionsmodelle zeigten eine geringere Wahrscheinlichkeit für Arbeitsausfälle in der Kohorte 2019–2021 im Vergleich zu den früheren Kohorten.
Nach der Markteinführung von CGRP-Antikörpern wie Galcanezumab (Emgality®) und Erenumab (Aimovig®) begannen demnach neu diagnostizierte Migränepatienten früher mit der Einnahme von präventiven Migränemedikamenten und durchliefen diese schneller als Patienten, die in früheren Jahren diagnostiziert worden waren. Diese Veränderungen gingen mit einem leichten Rückgang der Wahrscheinlichkeit von Arbeitsausfällen einher. Die frühere Einnahme von präventiven Medikamenten nach der Einführung von CGRP-Antikörpern in Schweden könnte darauf hindeuten, dass Patienten und Ärzte die Behandlung mit CGRP-Antikörpern so früh wie möglich beginnen möchten.
vh
Quelle: Posti J et al.: Migraine treatment and work absence trends before and after introduction of calcitonin gene-related peptide monoclonal antibodies (CGRP mAbs): A nationwide Swedish register study. Cephalgia Reports. 2026;9:1-11. doi:10.1177/25158163261421617
32 psychiatrie & neurologie 1 | 2026