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JOURNAL CLUB
Oraler GLP-1-RA kann auch Herzinsuffizienz reduzieren
Herzinsuffizienz ist eine häufige Komplikation bei Patienten
mit Typ-2-Diabetes. In der doppelblinden, plazebokon
trollierten, randomisierten und multizentrischen klinischen
Phase-3b-Studie SOUL reduzierte orales Semaglutid das
Risiko schwerwiegender kardiovaskulärer Ereignisse (MACE),
bestehend aus kardiovaskulärem Tod, nicht tödlichem Myo-
kardinfarkt oder nicht tödlichem Hirnschlag, bei Patienten
mit Typ-2-Diabetes. Ob sich orales Semaglutid auch auf die
Schwere der Herzinsuffizienz auswirkt, war Fragestellung
einer Sekundäranalyse der SOUL-Studie.
Die im Median 66 Jahre alten Studienteilnehmer (n = 9650)
litten an Typ-2-Diabetes und atherosklerotischen kardio-
vaskulären Erkrankungen und/oder chronischen Nierener-
krankungen. Sie wurden stratifiziert nach Vorliegen (23,1%)
oder Nichtvorliegen einer Herzinsuffizienz zu Studienbeginn.
Bei den Teilnehmern mit Herzinsuffizienz bestand bei 10,3%
eine Herzinsuffizienz mit erhaltener Auswurffraktion (HFpEF),
bei 6,1% lag eine Herzinsuffizienz mit reduzierter Auswurf-
fraktion (HFrEF) und bei 6,7% ein unbekannter Subtyp vor.
Die Studienteilnehmer erhielten randomisiert einmal täg-
lich orales Semaglutid oder Plazebo zusätzlich zu ihrer
Standardbehandlung, die unter anderem auch aus SGLT2-
Hemmern und Mineralokortikoid-Rezeptorantagonisten
bestehen konnte. Dabei interessierte das vorab festgelegte
zusammengesetzte Herzinsuffizienz-Outcome bestehend
aus herzinsuffizienzbedingter Hospitalisierung, herzinsuffi-
zienzbedingter Notfallbehandlung oder kardiovaskulärem
Tod nach einem mittleren Follow-up von etwa vier Jahren
(47,5 Monate).
Die Analyse zeigte, dass sich das Risiko für den kombi-
nierten Herzinsuffizienzendpunkt bei Patienten mit vorbe-
stehender Herzinsuffizienz unter oralem Semaglutid im
Vergleich zur Plazebogruppe um 22% reduzierte (Hazard
Ratio [HR]: 0,78; 95%-Konfidenzintervall [KI]: 0,63–0,96),
vor allem bei den Patienten mit HFpEF. Bei jenen ohne Herz-
insuffizienzvorgeschichte veränderte sich das Risiko dage-
gen nicht (HR: 1,01; 95%-KI: 0,84–1,20). Schwerwiegende
Nebenwirkungen bei Teilnehmern mit Herzinsuffizienz wa-
ren unter oralem Semaglutid (53,8%) und unter Plazebo
(57,1%) ähnlich häufig.
Diese Daten weisen auf einen zusätzlichen potenziellen
Nutzen von oralem Semaglutid bei der Verringerung von
herzinsuffizienzbedingten Ereignissen bei Patienten mit
Typ-2-Diabetes und Herzinsuffizienz hin, so das Fazit der
Autoren.
vh
Quelle: Pop-Busui R et al.: Oral Semaglutide and Heart Failure Outcomes in Persons With Type 2 Diabetes: A Secondary Analysis of the SOUL Randomized Clinical Trial. JAMA Intern Med. Published online February 2, 2026. doi:10.1001/jamainternmed.2025.777
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