Transkript
MEDIEN | MODEN | MEDIZIN
Antibabypillen und Spiralen
Keine Hirndruckstörung
Hormonelle Verhütungsmittel, darunter Antibabypillen und Intrauterinpessare, stehen laut einer Metaanalyse nicht im Zusammenhang mit einer erhöhten Prävalenz einer Hirndruckstörung bzw. idiopathischen intrakraniellen Hypertonie. Diese kann chronische, behindernde Kopfschmerzen, Sehstörungen und in seltenen Fällen einen dauerhaften Sehverlust verursachen. Diese Erkrankung betrifft vor allem Frauen, wobei die Mehrheit während der gebärfähigen Jahre diagnostiziert wird. Adipositas ist dabei ein Risikofaktor.
(Foto: pexels/Karola g)
Ob die idiopathische intrakranielle Hypertonie mit Ver-
hütungsmitteln wie der Antibabypille oder Spiralen in Zu-
sammenhang steht, wurde nun in einer Metaanalyse aus
13 Studien mit 5351 Frauen mit idiopathischer intrakraniel-
ler Hypertonie und 669 260 Frauen ohne diese Erkrankung
untersucht. Das Durchschnittsalter betrug 33 Jahre. Geprüft
wurden Verhütungsmittel wie Antibabypillen, Spiralen,
Vaginalringe, Hormonspritzen, Hormonimplantate und Hor-
monpflaster.
Die Metaanalyse brachte keinen Zusammenhang zwischen
hormoneller Verhütung und der Prävalenz der idiopathi-
schen intrakraniellen Hypertonie hervor. Diese Erkenntnisse
gäben für Patientinnen mit idiopathischer intrakranieller
Hypertonie und deren behandelnden Ärzte einen Hinweis,
dass die Anwendung von hormoneller Kontrazeption fortge-
setzt werden könne, so die Autoren. Limitierend sei jedoch
die geringe Anzahl Studien, die für diese Auswertung ein-
geschlossen werden konnten.
vh
Quelle: Mihalache A et al.: Idiopathic Intracranial Hypertension Prevalence and Hormonal Contraception: A Meta-Analysis. Neurology. 2026;106(8):e214832. doi:10.1212/WNL.0000000000214832
166 ars medici 4 | 2026