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(Foto: pixabay/Sasin Tipchai)
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Universitätsspital Basel
35% weniger Todesfälle dank kardiologischer Betreuung nach Op.
Jährlich sterben weltweit mindestens 4,2 Millionen Menschen innerhalb von 30 Tagen nach einer Operation. Herzinfarkte und andere kardiale Komplikationen gehören dabei zu den häufigsten Ursachen. Diese perioperativen Myokardinfarkte verlaufen oft symptomlos und werden daher in der Routineversorgung häufig übersehen. Schmerzmittel, Narkosenachwirkungen und die Ablenkung durch Operationswunden überdecken die typischen Warnsignale wie Brustschmerzen oder Atemnot.
Die systematische Einbindung der Kardiologie in der Betreuung nach einer Operation reduziert schwere kardiovaskuläre Ereignisse jedoch deutlich, wie eine neue Studie des Universitätsspitals Basel zeigt. Diese umfasste 14 294 Hochrisikopatienten, von denen 1048 einen perioperativen Myokardinfarkt erlitten. 614 dieser Betroffenen (59%) erhielten eine spezialisierte kardiologische Evaluation – mit deutlichen Resultaten: Nach einem Jahr zeigten sich signifikant weniger schwerwiegende Herzereignisse (46%) und Todesfälle (35%) im Vergleich zur Gruppe ohne kardiologische Betreuung. «Die Ergebnisse belegen eindrücklich, dass die enge Zusammenarbeit zwischen Chirurgie, Anästhesie und Kardiologie nicht nur theoretisch sinnvoll ist, sondern messbar Leben rettet», betont Prof. Dr. Christian Müller, Chefarzt Klinische Forschung am Universitätsspital Basel. Die kardiologische Beurteilung führte zu gezielten diagnostischen Massnahmen, optimierter medikamentöser Therapie und individuell angepassten Behandlungsstrategien. Die Studie wurde im «European Heart Journal» publiziert. vh
Quelle: Medienmitteilung Universitätsspital Basel vom 2. Februar 2026 Zur Originalpublikation: Glarner N et al.: Peri-operative myocardial infarction/ injury after non-cardiac surgery: association between cardiologist evaluation and outcomes. Eur Heart J. 2026;47(12):1470-1483. doi:10.1093/eurheartj/ehaf846
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