Complianceprobleme bei MS
Chronisch Kranke wie Multiple-Sklerose-Patienten entwickeln häufig eine Therapiemüdigkeit. Hilfen bei der Applikation und neue Verabreichungsformen verbessern die Compliance.
Chronisch Kranke wie Multiple-Sklerose-Patienten entwickeln häufig eine Therapiemüdigkeit. Hilfen bei der Applikation und neue Verabreichungsformen verbessern die Compliance.
Gegen die MS-bedingte Fatigue ist bis heute kein Medikament zugelassen, und es existiert keine ausreichende Evidenz für eine solche Therapie. PD Dr. Michael Linnebank, Leitender Arzt Neurologie am Universitätsspital Zürich, erklärt im Interview Details hierzu.
Kanadische Studie nährt Zweifel am langfristigen Nutzen der Interferontherapie
Bei schubförmiger multipler Sklerose werden sehr häufig Betainterferone verordnet. Sie reduzieren die Zahl der Krankheitsschübe und hemmen die Entwicklung neuer Hirnläsionen. Doch fanden kanadische Wissenschaftler in einer retrospektiven Analyse keine Hinweise dafür, dass Betainterferone die Progression der Behinderung bremsen.
Fallvignette: Mit 22 Jahren wird die Patientin erstmalig symptomatisch. Nach zwei Krankheits- schüben erfolgt die Behandlung mit einem Interferon. Sechs Jahre nach der Diagnose möchte die Patientin schwanger werden. Für die Schwangerschaftsplanung kommt sie in die MS-Sprechstunde am USZ.
Vor rund 21 Jahren wurde eine Zulassungsstudie zu Interferon-β- 1b (IFNβ-1b) bei schubförmig re- mittierender multipler Sklerose (RR-MS) durchgeführt. In einer Langzeit-Nachbeobachtungsstudie zeigte sich nun bei Teilnehmern, die mit INFβ-1b behandelt worden waren, eine signifikant geringere Mortalität im Vergleich zu denen, die Plazebo erhalten hatten. Die erhöhte Anzahl der Todesfälle in der Plazebogruppe ist weitgehend auf MS-assoziierte Ursachen zurück- zuführen.
Wie sicher ist Glatirameracetat bei Patientinnen mit Kinderwunsch?
Die zur Behandlung der multiplen Sklerose üblichen Medikamente sind während Schwangerschaft und Stillzeit kontraindiziert oder eingeschränkt zugelassen. Des- halb wird empfohlen, die Therapie möglichst schon vor einer geplan- ten Konzeption zu beenden. Eine aktuelle Studie untersuchte, welche Auswirkungen eine Glatiramerace- tatexposition in utero auf den Fetus und auf die kindliche Entwicklung nach der Geburt hat.
Fallvignette: Nadine Baechler wird im Januar 2010 symptomatisch. Die Leistungssportlerin spielt im zentralen Mittelfeld beim FC Schlieren. Viermal pro Woche trainiert sie, am Wochenende spielt sie in der Meisterschaft. Ist die Multiple Sklerose (MS) das Ende einer Sportkarriere auf hohem Leistungsniveau?
Aktuelle Therapie der MS 2012
Intensiv wird nach neuen Medikamenten in der Behandlung der Multiplen Sklerose (MS) geforscht. Welchen Stellenwert die heutigen Medikamente in der Therapie einnehmen und welche Vorteile die Swiss Multiple Sclerosis Cohort-Study haben wird, erklären Prof. Ludwig Kappos, Chefarzt am Universitätsspital Basel und Präsident der Schweizerischen MS-Gesellschaft, und Dr. Jens Kuhle, Oberarzt am Universitätsspital Basel und Koordinator der Swiss MS-Cohort Study.
Rund 200 Kongressbesucher nahmen am 14. State-of-the-Art-Symposium in Luzern teil. Am Kongress informierten sich Neurologen und medizinisches Personal über die neuesten Entwicklungen in der Multiple-Sklerose-(MS-)Forschung.
Fallvignette: Der 28-jährige Patient wird erstmalig im 2007 symptomatisch. Fünf Monate später tritt ein zweites Ereignis mit Ataxie und Gedächtnisstörungen auf. Es erfolgt eine Therapie mit einem Beta-Interferon. Weitere Schubereignisse führen zu Sensibilitäts- und motorischen Störungen; ein weiterer Schub zu ausgeprägten Gedächtnisstörungen.