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Kaffee und Tee
Möglicher Schutz vor Demenz
Zwei grosse US-Studien deuten darauf hin, dass moderater Konsum von koffeinhaltigem Kaffee und Tee das Demenzrisiko senken und die geistige Leistungsfähigkeit fördern kann. Über bis zu 43 Jahre hinweg wurden 86 606 Frauen aus der Nurses’ Health Study und 45 215 Männer aus der Health Professionals Follow-up Study beobachtet. Das mittlere Alter zu Beginn des Beobachtungszeitraums lag bei rund 46 Jahren.
(Foto: EyeEm Mobile GmbH/istock)
In dieser Zeit traten 11 033 neue Demenzfälle auf. Teil-
nehmer mit dem höchsten Kaffeekonsum hatten im Vergleich
zu denen mit dem niedrigsten Konsum ein um 18% gerin-
geres Risiko, an Demenz zu erkranken (Hazard Ratio 0,82).
Auch subjektive Beschwerden über nachlassende geistige
Fähigkeiten traten seltener auf (Prävalenzratio 0,85). In der
Nurses’ Health Study schnitten Vieltrinker von Kaffee zudem
bei kognitiven Tests besser ab, etwa bei einem strukturierten
Telefoninterview zur Abfrage des kognitiven Status (TICS).
Der globale Kognitionswert war ebenfalls höher, jedoch nicht
statistisch signifikant.
Ähnliche Effekte zeigten sich beim Teekonsum. Entkoffe-
inierter Kaffee hingegen beeinflusste weder das Demenzri-
siko noch die geistige Leistungsfähigkeit. Dosis-Wirkungs-
Analysen ergaben, dass die stärksten Effekte bei moderatem
Konsum lagen – etwa bei 2–3 Tassen koffeinhaltigen Kaffees
oder 1–2 Tassen Tee täglich.
Die Langzeitdaten unterstreichen, dass moderater Konsum
koffeinhaltiger Getränke Teil eines gesunden Lebensstils sein
und das Risiko für geistigen Abbau im Alter verringern könnte.
Zwar erlauben die Ergebnisse keine kausalen Schlüsse, doch
liefern sie wertvolle Hinweise für die Prävention, besonders
bei Menschen mit erhöhtem Demenzrisiko.
Mü
Zur Originalpublikation: Zhang Y et al.: Coffee and Tea Intake, Dementia Risk, and Cognitive Function. JAMA. Published online February 9, 2026. doi:10.1001/jama.2025.27259
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