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Nicht übertragbare Krankheiten
109 Milliarden Franken Kosten
pro Jahr
Nicht übertragbare Krankheiten verursachen in der Schweiz
eine gewaltige wirtschaftliche Belastung. Wie eine neue Aus-
wertung der ZHAW Zürcher Hochschule für Angewandte
Wissenschaften zeigt, entfielen im Jahr 2022 insgesamt
109 Milliarden Franken auf Gesundheitskosten und krank-
heitsbedingte Produktionsverluste – dies entspricht rund
14% des Bruttoinlandprodukts.
Aufwendungen für Demenzen, Herz-Kreislauf-Erkrankun-
gen und psychische Krankheiten machten mit 66 Milliarden
Franken knapp drei Viertel der gesamten Gesundheitskos-
ten aus. Hinzu kamen 43 Milliarden Franken an Produktions-
verlusten, die durch Invalidität, eingeschränkte Leistungsfä-
higkeit, krankheitsbedingte Abwesenheiten oder vorzeitige
Todesfälle entstanden. Besonders ins Gewicht fielen psy-
chische und muskuloskelettale Erkrankungen, die je 17%
der Produktionsverluste verursachten.
Der Blick auf die Entwicklung der vergangenen zehn Jahre
zeigt ein klares Muster: Zwischen 2012 und 2022 sind die
Gesundheitskosten um 37% gestiegen. Prof. Simon Wieser,
Winterthurer Institut für Gesundheitsökonomie, ZHAW
School of Management and Law, führt dies in erster Linie
auf die steigenden Behandlungskosten pro Patient zurück,
die für fast die Hälfte des Kostenanstiegs verantwortlich
sind. Das Bevölkerungswachstum trug ein Drittel, die Alte-
rung der Gesellschaft knapp ein Fünftel zum Anstieg bei.
Deutlich überdurchschnittlich war das Kostenwachstum
unter anderem bei Krebs (+55%) sowie bei übertragbaren
Krankheiten wie COVID-19 (+83%). Einzelne Krankheits-
bilder verursachen enorme Kosten: Bei den Gesundheits-
kosten lagen neurologische Erkrankungen mit 9,9 Milliarden
Franken an der Spitze, gefolgt von kardiovaskulären und
psychischen Erkrankungen mit je 9,5 Milliarden Franken.
Alzheimer und andere Demenzen waren mit 6,7 Milliarden
Franken die teuersten Einzelerkrankungen – ein grosser
Teil dieser Kosten entsteht in Pflegeheimen.
Ein erheblicher Anteil der Belastung ist vermeidbar: Über-
gewicht und Adipositas verursachten 2022 Gesundheits-
kosten von 3,7 Milliarden Franken und weitere 2,9 Milliarden
Franken Produktionsverluste. Bewegungsmangel führte zu
zusätzlichen 1,7 Milliarden Franken Gesundheitskosten.
Eine gezielte Prävention könnte diese Kosten senken, so
Prof. Wieser.
Mü
Medienmitteilung der ZHAW vom 13.11.2025
Zur Originalpublikation: Kosten der übertragbaren und nichtübertragbaren Krankheiten sowie Kosten der Risikofaktoren Übergewicht/Adipositas und Bewegungsmangel in der Schweiz. https://www.bag.admin.ch/dam/de/sd-web/ mUKVQjqxl3GB/kosten-ncd-in-der-schweiz.pdf
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