Ist Prävention möglich? Altersbedingte Störung der Immunfunktion
Mit fortschreitendem Lebensalter nimmt die Immunfunktion immer stärker ab. Gleichzeitig lässt sich oft auch eine Low-Grade-Entzündung beobachten, ebenso eine Dysbiose des Mikrobioms.
Mit fortschreitendem Lebensalter nimmt die Immunfunktion immer stärker ab. Gleichzeitig lässt sich oft auch eine Low-Grade-Entzündung beobachten, ebenso eine Dysbiose des Mikrobioms.
Mit dem Alter sinkt die Abwehrkraft des Organismus. Die Präventionsstudien VITAL und DO-HEALTH zeigten, dass Supplemente mit Vitamin D und Omega-3-Fettsäuren sowie ein einfaches Krafttraining diesen Prozess verzögern könnten, berichtete Prof. Dr. Heike A. Bischoff-Ferrari, Leiterin des Schweizer Campus für gesunde Langlebigkeit der Universität Basel, am Schweizer Impfkongress.
Die Haut, die den Körper einerseits vor äusseren Einflüssen schützt, reagiert gleichzeitig auf mechanische Reize wie Dehnung oder Reibung. Dieser mechanische «Stress» macht die Hautbarriere vorübergehend durchlässiger und aktiviert das Immunsystem, wie ein französisch-britisches Forschungsteam von Inserm, Institut Curie und King’s College London nun gezeigt hat.
Unter Immunseneszenz versteht man die allmähliche Abnahme der Funktion des Immunsys tems, die mit dem Alterungsprozess einhergeht. Zu den Merkmalen der Immunsenszenz ge hören eine Abnahme der Zahl und Funktion diverser Leukozyten-Subpopulationen, eine er höhte Anfälligkeit für Infektionen, eine verminderte Fähigkeit, eine wirksame Immunantwort auf Impfstoffe zu entwickeln, und möglicherweise auch eine erhöhte Neigung zur Entwicklung maligner neoplatischer Erkrankungen. Gleichzeitig entwickeln gealterte Zellen ein entzündli ches Profil, den Seneszenz-assoziierten sekretorischen Phänotyp (SASP), der auch die nichtautonome zelluläre Seneszenz und die Immundysfunktion fördert (1).
Bei der Unterstützung des Immunsystems spielen Vitamine und Spurenelemente eine wichtige Rolle. Ein suboptimaler Status dieser Mikronährstoffe kann die Widerstandfähigkeit des Körpers auf Infektionen negativ beeinflussen. Die COVID-19-Pandemie hat genau dies gezeigt.
Der Konsum von Alkohol (hier: Ethanol) wirkt sich je nach Menge, Dauer der Einnahme, Art und Trinkmuster der alkoholischen Getränke sehr unterschiedlich auf die Immunantwort aus. Tendenziell betrachtet wirkt kurzfristiger Alkoholkonsum immunsupprimierend, während langfristiger Alkoholmissbrauch zu unspezifischen Entzündungsreaktionen führen kann, die auch für die alkoholbedingte Organschädigung von entscheidender Bedeutung sind. In jedem Fall führt langfristiger Alkoholmissbrauch zu einer eingeschränkten Resistenz gegenüber bakteriellen und viralen Infektionen, vor allem denen des Respirationstrakts. Hauptursachen hierfür sind eine eingeschränkte Phagozytosefähigkeit, eine Dysregulation der Bildung von immunrelevanten Botenstoffen (Zytokinen), eine gehemmte Antigenpräsentation sowie eine gestörte Chemotaxis. Eine wichtige Ursache der Dysregulation der Immunantwort durch chronischen Alkoholabusus liegt an einer erhöhten Permeabilität intestinaler bakterieller Toxine, die auf einer Einschränkung der intestinalen Barrierefunktion und einer bakteriellen Fehlbesiedlung des oberen Dünndarms beruht.