ARS MEDICI 01/2026
Inhaltsverzeichnis
109 Milliarden Franken Kosten pro Jahr
Der Hauptfaktor für Schmerzen beifortgeschrittener Kniearthrose
Erhöhtes Alkohol-Mindestalter verbessert Entwicklung
Anpassung der Blutspendekriterien
Rosenbergstrasse
Neuigkeiten im Schweizer Impfplan: Impfungen für Erwachsene rücken in den Fokus
Während Impfungen früher eher ein Thema für Pädiater waren, rückt das Impfen der Generation 65+ zunehmend in den Fokus. Das zeigt sich bei den Neuigkeiten zum Schweizer Impfplan, die Prof. Dr. Christoph T. Berger, Basel, Präsident der Eidgenössischen Kommission für Impffragen (EKIF), im Hinblick auf Grippe, COVID-19, Pneumokokken und RSV am Schweizer Impfkongress vorstellte.
Nicht so selten: Symptomatische FSME ohne ZNS-Beteiligung
Als relativ harmlos galten bis anhin Symptome einer Infektion mit dem FSME-Virus ohne Beteiligung des ZNS, weil sie meist scheinbar folgenlos abheilen. Doch dem sei nicht so, betonte Prof. Dr. Dace Zavadska, Universitätsspital Riga, Lettland. Auch eine Non-ZNS-FMSE könne einen negativen Einfluss auf die Gesundheit der Patienten haben, sagte sie in ihrer Keynote-Lecture am Schweizer Impfkongress.
Immunseneszenz: Was bremst die Alterung des Immunsystems
Mit dem Alter sinkt die Abwehrkraft des Organismus. Die Präventionsstudien VITAL und DO-HEALTH zeigten, dass Supplemente mit Vitamin D und Omega-3-Fettsäuren sowie ein einfaches Krafttraining diesen Prozess verzögern könnten, berichtete Prof. Dr. Heike A. Bischoff-Ferrari, Leiterin des Schweizer Campus für gesunde Langlebigkeit der Universität Basel, am Schweizer Impfkongress.
Monitoring von Infektionskrankheiten: Abwasserscreening in der Schweiz
Meldepflicht und Sentinella-Meldesystem liefern einen Eindruck von der Infektionslage in der Schweiz, wenn auch mit leichter Verzögerung. In Echtzeit und repräsentativ für die Bevölkerung gibt hingegen das Abwasser Auskunft über zirkulierende Keime. Wie das funktioniert, erklärte Dr. Christoph Ort vom Wasserforschungsinstitut Eawag am Schweizer Impfkongress.
Kardiale Amyloidose: Die Prognose hat sich radikal verändert
Ein besseres Verständnis der kardialen Transthyretin-Amyloidose (ATTR-CM) in der Pathophysiologie, bessere Daten hinsichtlich der Prävalenz, Fortschritte in der Bildgebung, insbesondere der Knochenszintigrafie, die es ermöglichen, die Diagnose nicht invasiv zu stellen, haben den Weg für spezifische Entwicklungen in der Therapie bereitet. Diese zum Teil schon verfügbaren Behandlungen haben die Behandlung der ATTR-CM revolutioniert.
Hypertrophe Kardiomyopathie: Was sich hinter HFpEF-Symptomen noch verbergen kann
Kardiomyopathien führen zu Symptomen einer Herzinsuffizienz, bei denen die klassische Herzinsuffizienztherapie zu keiner wesentlichen Besserung führt. Meist werden diese Kardiomyopathien zufällig entdeckt. Im Fall einer obstruktiven hypertrophen Kardiomyopathie besteht jedoch eine spezifische Therapie, wie Dr. Niccolò Maurizi, Service de cardiologie, Centre hospitalier universitaire vaudois (CHUV), Lausanne, berichtete.
GeriPAIN Eigene Leitlinie für das Schmerzmanagement bei geriatrischen Patienten
In Deutschland und auch in der Schweiz ist etwa ein Fünftel der Bevölkerung über 65 Jahre alt. Dieser Anteil wird in den nächsten Jahren weiter steigen. In diesem Altersabschnitt werden Multimorbidität und Polypharmazie häufiger, ebenso Immobilität, Sturzneigung, kognitive Defizite und Schmerzen. Um diese Patientengruppe spezifischer behandeln zu können und die Patientensicherheit zu erhöhen, wurde die S3-Leitlinie «Schmerzmanagement bei geriatrischen Patienten (GeriPAIN)» erstellt.
Kardiometabolische Nebenwirkungen von Antidepressiva: Grosse Unterschiede entdeckt
Antidepressiva induzieren auch kardiometabolische Veränderungen. Eine Netzwerk-Metaanalyse deckte klinisch relevante Unterschiede auf in Bezug auf Gewicht von etwa 4 kg, Herzfrequenz über 21 bpm und Blutdruck über 11 mmHg. Die Kenntnis dieser Unterschiede ermöglicht, bei der Verschreibung entsprechend darauf Rücksicht zu nehmen und die Überwachung dieser Parameter besser zu planen.
Prof. Dr. med. Ulrich Heininger: Infektiologie und Impfungen
«Machen Sie einen optimalen Impfstatus Ihrer Patienten zu einer Aufgabe mit hoher Priorität»
Welche neuen Erkenntnisse des abgelaufenen Jahres in Ihrem Fachgebiet fanden Sie besonders spannend? Für mein Fachgebiet pädiatrische Infektiologie bzw. Infektiologie generell und Impfprävention hat auch das Jahr 2025 wieder einige interessante Neuerungen gebracht. Insbesondere für die Präven tion von RSV (Respiratory Syncytial Virus) haben sich neue Per spektiven eröffnet.
Dr. med. Daniel Eschle: Neurologie
«Ich freue mich, wenn sich einfache und kostengünstige Massnahmen als wirksam erweisen»
Wurden 2025 in Ihrem Fachbereich Medikamente zugelassen, die die Therapie erheblich verbessern? Es gibt erfreuliche Entwicklungen in Bezug auf das Thema «Demenzprävention».
Prof. Dr. med. Isabella Sudano: Kardiologie
«Kardiovaskuläre Prävention soll eines unserer primären Ziele sein»
Welche neuen Erkenntnisse des abgelaufenen Jahres in Ihrem Fachgebiet fanden Sie besonders spannend? Es wurden neue Richtlinien veröffentlicht, die für meinen Alltag wichtig sind.
Dr. med. Isabelle Fuss: Allgemeine Innere Medizin / Hausarztmedizin
«Wir müssen unnütze Regulationen verhindern, aber sinnvolle Massnahmen fördern»
Prof. Dr. med. Stephan Vavricka: Gastroenterologie
«Reizdarm gilt neu als Positivdiagnose»
Prof. Dr. med. Daniel Franzen: Innere Medizin / Pneumologie
«Bitte gezielt nach Exazerbationen fragen!»
PD Dr. med. Katrin Parmar: Neurologie
«Wir in der Rehabilitation können und wollen bereits zu Beginn einer Diagnosestellung z.B. der MS einbezogen werden»
Dr. med. Adrian Müller: Allgemeine Innere Medizin / Hausarztmedizin
«Wir laufen Gefahr, zu reinen Triage-Zettelschreibern zu werden»
Prof. Dr. med. Susanne Wegener: Neurologie
«Ich würde mich freuen, wenn wir noch näher zusammenrücken»
Dr. med. Maxim Zavorotnyy: Psychiatrie
«Unsere Entscheidungen und unsere Haltung können einen entscheidenden Unterschied machen»
Frederik Hantke, M.Sc.: Allgemeine Innere Medizin / Hausarztmedizin
«Ich wünsche mir, wieder mehr Zeit für die Patienten zu haben»
Prof. Dr. med. Dr. phil Gerhard Rogler: Gastroenterologie
«KI kann ‹predatory journals› nicht von guten Publikationen unterscheiden»
Impressum
Editorial
In diesem Heft
Medien, Moden, Medizin
- 109 Milliarden Franken Kosten pro Jahr
- Der Hauptfaktor für Schmerzen beifortgeschrittener Kniearthrose
- Erhöhtes Alkohol-Mindestalter verbessert Entwicklung
- Anpassung der Blutspendekriterien
- Rosenbergstrasse
Medizin
Berichte
- Neuigkeiten im Schweizer Impfplan: Impfungen für Erwachsene rücken in den Fokus
- Nicht so selten: Symptomatische FSME ohne ZNS-Beteiligung
- Immunseneszenz: Was bremst die Alterung des Immunsystems
- Monitoring von Infektionskrankheiten: Abwasserscreening in der Schweiz
- Kardiale Amyloidose: Die Prognose hat sich radikal verändert
- Hypertrophe Kardiomyopathie: Was sich hinter HFpEF-Symptomen noch verbergen kann
Studien
- GeriPAIN Eigene Leitlinie für das Schmerzmanagement bei geriatrischen Patienten
- Kardiometabolische Nebenwirkungen von Antidepressiva: Grosse Unterschiede entdeckt
Rückblick | Ausblick
- Prof. Dr. med. Ulrich Heininger: Infektiologie und Impfungen
- Dr. med. Daniel Eschle: Neurologie
- Prof. Dr. med. Isabella Sudano: Kardiologie
- Dr. med. Isabelle Fuss: Allgemeine Innere Medizin / Hausarztmedizin
- Prof. Dr. med. Stephan Vavricka: Gastroenterologie
- Prof. Dr. med. Daniel Franzen: Innere Medizin / Pneumologie
- PD Dr. med. Katrin Parmar: Neurologie
- Dr. med. Adrian Müller: Allgemeine Innere Medizin / Hausarztmedizin
- Prof. Dr. med. Susanne Wegener: Neurologie
- Dr. med. Maxim Zavorotnyy: Psychiatrie
- Frederik Hantke, M.Sc.: Allgemeine Innere Medizin / Hausarztmedizin
- Prof. Dr. med. Dr. phil Gerhard Rogler: Gastroenterologie