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In der Schweizer Zeitschrift für Gynäkologie erscheinen aktuelle Beiträge zu Schwerpunktthemen, Kongressberichte, Interviews und Neuigkeiten aus Klinik, Praxis und Forschung. Sie ist das offizielle Organ der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendgynäkologie (GYNEA) und kommt mit einer Auflage von ca. 3500 Exemplaren 4 mal pro Jahr.

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Metainformationen


Titel
Wichtige Präventionsmassnahmen in der Praxis: Familienplanung nach der Geburt
Untertitel
-
Lead
Schwangerschaft und Wochenbett bieten ein wichtiges Zeitfenster für präventive Beratungen zur reproduktiven Gesundheit und (weiteren) Familienplanung sowie zur allgemeinen Gesundheitsprävention. Dazu gehört die Beratung zur sicherer, ggf. stillverträglicher Verhütung, zum optimalen Schwangerschaftsabstand sowie zu Präventionsmassnahmen im Hinblick auf eine zukünftige Schwangerschaft – darunter zur Vermeidung einer CMV-Übertragung, zur Förderung eines gesunden Lebensstils und der psychischen Gesundheit.
Datum
30. April 2026
Journal
Schweizer Zeitschrift für Gynäkologie 01/2026
Autoren
Larissa Dietrich
Rubrik
Schwerpunkt: Postpartale Betreuung
Schlagworte
Familienplanung, Geburtshilfe, Gynäkologie, Kontrapeztion, LARC-Methode, postpartal, Postpartale Kontrazeption, Prävention, Schwangerschaft, Wochenbett
Artikel-ID
83803
Kurzlink
https://www.rosenfluh.ch/83803
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Transkript


SCHWERPUNKT

Wichtige Präventionsmassnahmen in der Praxis:
Familienplanung nach der Geburt

Schwangerschaft und Wochenbett bieten ein wichtiges Zeitfenster für präventive Beratungen zur reproduktiven Gesundheit und (weiteren) Familienplanung sowie zur allgemeinen Gesundheitsprävention. Dazu gehört die Beratung zur sicherer, ggf. stillverträglicher Verhütung, zum optimalen Schwangerschaftsabstand sowie zu Präventionsmassnahmen im Hinblick auf eine zukünftige Schwangerschaft – darunter zur Vermeidung einer CMV-Übertragung, zur Förderung eines gesunden Lebensstils und der psychischen Gesundheit.
Larissa Dietrich, Cécile Monod

Larissa Dietrich
(Foto: zVg)
Cécile Monod
(Foto: zVg)

Postpartale Kontrazeption: Warum frühe Beratung entscheidend ist Die Fertilität nach der Geburt ist individuell variabel. Die erste Ovulation kann bereits 45 Tage postpartum (pp), in seltenen Fällen auch früher, und häufig vor der ersten Menstruationsblutung auftreten (1). Ein Laktationsschutz wird häufig überschätzt, was ungeplante Schwangerschaften bzw. kurze Geburtenintervalle begünstigt.
Für die Praxis bedeutet dies (2): • Verhütungsberatung am besten
bereits in der Schwangerschaft beginnen. • Spätestens bei der Kontrolle (6 – 8 Wochen pp) sollte eine konkrete Methode festgelegt werden. Die Frau sollte sich bereits vorher konkrete Gedanken zur Kontrazeption machen und gut darüber aufgeklärt sein.

• «Abwarten» oder «Stillen» sind keine sicheren Strategien.
Kontrazeptionsmethoden - Übersicht Postpartal (pp) stehen alle wesentlichen Kontrazeptionskategorien zur Verfügung und sollten individuell und bedürfnisorientiert ausgewählt werden (3).
SARC («short-acting reversible contraception»): • Hormonelle orale Kontrazeptiva (kombiniert oder «pro-
gesteron-only») • Hormonelles Kontrazeptionspflaster (kombiniert) • Hormoneller Vaginalring (kombiniert) • Hormonspritze («progesteron-only»)
LARC («long-acting reversible contraception»): • Kupfer-IUD • Levonorgestrel-IUD • Subdermales Hormonimplantat (Hormonstäbchen).
Weitere Optionen: • Barrieremethoden (Kondome, Diaphragma) • Sterilisation • Notfallkontrazeption (z. B. Levonorgestrel)

Postpartale Kontrazeption: Merkpunkte für die Praxis
• Die Ovulation kann vor der ersten Blutung zurückkehren; daher Kontrazeption früh planen.
• Der LAM ist wirksam, aber nur bei strenger Einhaltung der Kriterien (Vollstillen + Amenorrhö + Kind < 6 Monate). Dies kann oft nicht (korrekt und konstant) eingehalten werden. • LARC sind postpartal besonders wirkungsvoll, hoch effektiv, wenig anwenderabhängig. • Bei Stillenden sind Gestagen-only-Methoden inkl. Gestagen-IUD und Cu-IUD die Methoden der Wahl. Kernbotschaft: LARC-Methoden zeichnen sich durch höchste Effektivität und geringe Anwenderabhängigkeit aus und sind daher besonders geeignet, kurze Geburtenintervalle zu verhindern (4, 5). Laktationsschutz: Wirksam, aber nur bei Einhaltung der Bedingungen Die Laktationsamenorrhö-Methode (LAM) ist eine hormonfreie Option in den ersten 6 Monaten pp, wenn alle drei Bedingungen erfüllt sind (6-9): 1. Ausschliessliches Stillen (inkl. Nachtstillen) • Tagsüber: maximal 4 Stunden zwischen den Stillmahlzeiten • Nachts: maximal 6 Stunden ohne Stillen gynäkologie 1 | 2026 13 SCHWERPUNKT 2. Bestehende Amenorrhö 3. Kind: Alter < 6 Monate Unter diesen Bedingungen liegt die Versagerquote < 2% (6,10). In der Praxis scheitert der LAM jedoch häufig an zu langen Stillpausen oder der Beikosteinführung. Zudem ist diese Methode nur für die ersten 6 Monate pp bei entsprechender Aufklärung geeignet, weshalb für die Zeit danach eine neue kontrazeptive Methode ausgewählt werden muss. Praxisempfehlung: LAM kann genutzt werden – immer mit klarer Aufklärung und einem Plan B bei Abweichung von den Kriterien (inkl. für die Zeit nach 6 Monaten pp). Intrauterin-Device (IUD) Kupfer-/Gold-IUD und Levonorgestrel-IUD sind während der Stillzeit einsetzbar (9, 11). Zur Einlage sind folgende Zeitpunkte möglich (5, 7, 11-15): • Unmittelbar postplazentar bis 48 Stunden pp: technisch möglich, aber signifikant höhere Expulsionsrate (kann z.B. für Frauen mit erschwertem Zugang zur medizinischen Versorgung in Erwägung gezogen werden) • 6 – 8 Wochen pp: niedrigstes Risiko für Expulsion, ab > 4 Wochen pp möglich (16).
• Im Verlauf z.B. 6 Monate pp.
Barrieremethoden Kondome sind sofort nutzbar; ein Diaphragma sollte erst nach Rückbildung (≥ 6 – 8 Wochen pp) genutzt werden, da sich bis dahin die Portio noch formiert (11,17).
«Progesteron-only»-Methoden («Progesteron-Only-Pill» (POP), Hormonimplantat (-Stäbchen), Depot-Medroxyprogesteronacetat (DMPA)-Injektion) (7-9,11,15) • Diese Präparate sind Mittel der Wahl für Stillende, zusam-
men mit den Levonorgestrel-IUD und CU-IUD, welche oben (unter ‚IUD‘) beschrieben sind. Der Zeitpunkt des frühesten Beginns nach der Geburt variiert leicht zwischen den verschiedenen Guidelines.

Tabelle 1: Postpartale Kontrazeptionsmethoden

Stillstatus Stillen

Methode SARC: • POP • DMPA-Injektion

Andere Methoden • Diaphragma • Kondome

Frühester Beginn

Vorteile

Nachteile

• Unmittelbar pp
• Unmittelbar bis > 6 Wochen pp je nach Guidelines

• Gestagen-only beeinträchtigt Laktation nicht.

• DMPA: mögliche Gewichts- und Zykluseffekte, möglicher Zusammenhang mit Entstehung von Meningeomen bei Langzeitanwenderinnen (22)

• >6 Wochen pp • Sofort

• LAM
LARC: • LNG-IUD • Kupfer-IUD
• Etonogestrel-Implantat

• Sofort-6 Monaten pp

• LAM: nur bei Vollstillen < 6 Monaten pp unter Strikter Einhaltung der Kriterien und mit Plan B • Sofort-48 Stunden • LARC: sehr • IUD sofort pp: erhöhte Expulsionsrate oder> 4 Wochen,

hohe Wirksam-

optimal 6-8 Wochen pp keit, kaum

• Sofort

Anwenderfehler «Set and forget»

Nicht stillend

• Oben genannte Methoden + Kombinierte hormonelle Methoden*
• Kombinierte Pille
• Pflaster
• Vaginalring

• ≥ 4–6 Wochen pp
• *beim Stillen limitierte Daten, je nach Richtlinien Einsatz möglich > 6 Wochen pp (CDC/ FSRH 2020) oder > 6 Monaten pp (WHO)

• erhöhtes Thromboserisiko, insbesondere früh pp.
• CAVE: Einhaltung allgemeine Kontraindikationen für CHC

SARC = short-acting reversible contraception (Pillen, Injektionen, Pflaster, Ring); LARC = long-acting reversible contraception (IUDs, Implantat); LAM = Laktationsamenorrhö-Methode; DMPA = Depot-Medroxyprogesteronacetat (Injektionen); LNG = Levonorgestrel; pp = postartal/postpartum

14 gynäkologie 1 | 2026

SCHWERPUNKT

• Gemäss ACOG («American College of Obstetricians and Gynecologists»), CDC («Centers for Disease Control and Prevention»), WHO und FSRH («Faculty of Sexual and Reproductive Healthcare») können POP bereits unmittelbar pp (≥ 1. postpartalem Tag) eingesetzt werden (9).
• Ein «progesteron-only»-Implantat kann sofort nach der Geburt eingesetzt werden gemäss WHO, FSHR und CDC.
• Der frühmöglichste Zeitpunkt für DMPA-Injektionen nach der Geburt variiert zwischen den Guidelines: sofort nach Geburt (gemäss CDC), >6 Wochen pp (gemäss WHO), 0 – 6 Wochen je nach Risikofaktoren (gemäss FSHR).
• Keine relevant negative Effekte auf das Stillen (Milchmenge oder -zusammensetzung) (18,19).
Kombinierte Östrogen-Gestagen-Methoden Früh pp (≤ 6 Wochen) sind diese kontraindiziert aufgrund des erhöhten Thromboserisikos (7,9,15). • Die WHO empfiehlt: Verzicht bei Stillenden ≤ 6 Monate pp
wegen des erhöhten Thromboserisikos und möglicher negativer Effekte auf die Milchproduktion und damit das Stillen (7). • Die CDC/FSRH empfehlen: Einsatz ≥ 6 Wochen pp möglich – bei sorgfältiger Risikoabwägung (Thrombembolierisiko, Stillstatus etc.) (9, 15).
Praxisempfehlung: Bei Stillenden sind Gestagen-only-Methoden inkl. Gestagen-IUD und Cu-IUD die Methoden der Wahl. Hinweis: Spezifische Daten zu kombinierten Präparaten in der Stillzeit sind weiterhin limitiert.

Die Kontrolle sollte 6 – 8 Wochen pp erfolgen und die (erneuter) Kontrazeptionsberatung enthalten (Tabelle 1 ).
Planung der nächsten Schwangerschaft: Wann ist optimal? Die Beratung zum Geburtenabstand und der weiteren Familienplanung sollte bereits während der aktuellen Schwangerschaft beginnen (2). Aus medizinischer Sicht wird empfohlen:
nach Spontangeburt/Vakuumextraktion: • Mindestens 6 Monate bis zur nächsten Konzeption • Ideal: ca. 18 Monate,
nach Sectio: • Mindestens 12 Monate bis zur nächsten Konzeption • Ideal: > 18 Monate.
Neuere Daten aus Industrieländern relativieren die frühere WHO-Empfehlung von 24 Monaten (23), zeigen jedoch konsistent, dass kurze Intervalle (< 6 Monate nach Spontangeburt, < 12 Monate nach Sectio) mit erhöhten Risiken verbunden sind (24-26). Risiken sind Frühgeburt (<37+0 SSW), niedriges Geburtsgewicht, Plazentationsstörungen, vorzeitiger Blasensprung, maternale und neonatale Morbidität. Für eine neue Schwangerschaft nach Spontangeburt wird empfohlen: • Konzeption frühestens nach 6 Monaten, besser 18 Monate zu planen (2). • Bei Dammriss Grad III–IV oder bei Risikogravidität indivi- duelles, ggf. längeres Intervall zu planen (27). • Psychische Gesundheit (psychosoziale Gegebenheiten, postpartale Depression etc.) und Beckenbodenfunktion zu berücksichtigen (27). Sterilisation Diese Methode kann bei abgeschlossener Familienbildung angewandt werden: • Im Rahmen einer Sectio am ersten postpartalen Tag (nach Pomeroy; subumbilikaler Schnitt) • Als Intervallsterilisation durch laparoskopischen Eingriff ≥ 6 Wochen pp. Wichtig ist die explizite Erläuterung reversibler Alternativen (LNG-IUD, Implantat) für die Patientin; es darf keine Ambivalenz seitens der Frau bestehen, da die Entscheidung kaum reversibel ist und unter Umständen bereut werden kann (20,21). Gegenfalls kann/soll die Möglichkeit der Vasektomie des Partners angesprochen werden. Beratung: Shared-Decision-Making als Standard Eine gute postpartale Familienplanung erfordert: • Einbezug von Stillwunsch, Lebenssituation, Beruf, Kultur und Vorerfahrungen • Transparente Darstellung von Nutzen/Risiken jeder Me- thode • Niederschwellige Möglichkeit zum Methodenwechsel Nach Sectio caesarea ist das Interpregnancy-Intervall besonders relevant wegen (2,24,28) aufgrund: • erhöhtem Risiko für Uterusruptur • Plazentationsstörungen (accreta-Spektrum, praevia) • maternaler Morbidität. Kurzintervalle (< 6 – 12 Monate) sind mit höheren Risiken assoziiert. Ein Zielintervall von 18 Monaten verbessert sowohl maternale als auch neonatale Outcomes und erhöht die Erfolgschancen einer geplanten Spontangeburt nach Sectio (VBAC) (2). Praxisempfehlung: Nach Sectio aktiv zu mindestens 12 Monaten, besser 18 Monaten Schwangerschaftsintervall beraten – ohne Verbote, aber mit klarer Aufklärung über Risiken. Kurzintervalle vermeiden. Psychische Gesundheit Eine wichtige Aufgabe der postpartalen Kontrolle ist das Screening auf psychische Probleme, insbesondere auf eine gynäkologie 1 | 2026 15 SCHWERPUNKT Tabelle 2: CMV – 5 Regeln für Schwangere 1. Hände waschen Nach Kontakt mit Windeln, Speichel, Urin oder Nasensekret von Kleinkindern Hände gründlich mit Wasser und Seife reinigen. 2. Kein Teilen von Besteck & Getränken Keine gemeinsamen Gläser, Löffel, Zahnbürsten oder Trinkflaschen mit Kindern nutzen. 3. Kleinkinder nicht auf den Mund küssen Besser auf Stirn oder Wange küssen – Speichelkontakt vermeiden. 4. Schnuller nicht «sauberlecken» Schnuller niemals in den eigenen Mund nehmen. 5. Vorsicht bei Körperflüssigkeiten Direkten Kontakt mit Speichel, Tränen und Urin von Kleinkindern möglichst vermeiden. Vorhandensein von Kleinkindern im Haushalt, oder am Arbeitsplatz. Die postpartale Kontrolle bietet eine gute Möglichkeit für Informationsgespräche über Präventionsmassnahmen. CMV kann während der Schwangerschaft durch direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen werden, insbesondere Speichel, Urin, Blut, Tränen, Genitalsekrete und Muttermilch sowie auch Sexualkontakte, Bluttransfusionen, durch Speichel und Organtransplantationen. Kleinkinder scheiden CMV häufig über Monate im Speichel und Urin aus und stellen damit die wichtigste Infektionsquelle für Schwangere dar (35,36). Die konsequente Hygieneprävention ist die effektivste Massnahme zur Vermeidung einer CMV-Infektion in der Schwangerschaft. Die in der Tabelle 2 aufgeführten Hygieneregeln sollten den Familien erklärt und empfohlen werden. postpartale Depression. Gleichzeitig bietet diese Sprechstunde die Möglichkeit, das subjektive Erleben der Geburt zu thematisieren. Traumatisch erlebte Geburten gelten nicht nur als Risikofaktor für postpartale Depression, sondern können sich auch auf die weitere Familienplanung sowie auf zukünftige Schwangerschaften und Geburten auswirken (29-31). Beratung zu «Lifestyle-Faktoren» Körperliche Aktivität Die postpartale Phase bietet eine wichtige Gelegenheit für Beratung zu gesundheitsrelevanten Lebensstilfaktoren. Nach der Geburt nimmt die körperliche Aktivität häufig langfristig ab, was das Risiko für Gewichtszunahme und Adipositas erhöht (32). Regelmässige körperliche Aktivität im Wochenbett und in der Zeit danach kann die langfristige kardiovaskuläre Gesundheit fördern und sich auch positiv auf eine zukünftige Schwangerschaft auswirken (unter anderem durch Reduktion von Komplikationen, welche mit Übergewicht assoziiert sind, wie z.B. Gestationsdiabetes, hypertensive Erkrankung etc.). Empfohlen werden mindestens 150 Minuten moderater körperlicher Aktivität pro Woche (z.B. spazieren, schwimmen, Fahrradfahren etc., inklusive Krafttraining) mit schrittweisem Aufbau nach der Geburt (33). Die Lebensstil-Beratung ist für alle Frauen wichtig, insbesondere für Frauen, welche Komplikationen während der Schwangerschaft oder Geburt erlitten haben. Diese Frauen benötigen eine spezifische Beratung zur optimalen Vorbereitung auf eine potenziell nächste Schwangerschaft und zum allgemein erhöhten kardiovaskulären Risiko. CMV – praxisrelevante Aufklärung für Familien mit Kontakt zu Kleinkindern Das Zytomegalievirus (CMV) ist ubiquitär vorhanden mit einer Seroprävalenz von 83% weltweit. Die kongenitale CMVInfektion ist die häufigste teratogene Infektion und Hauptursache für nicht-genetische sensorineurale Hörverluste (34). Damit ist CMV ein zentrales Thema in der Beratung, idealerweise bereits vor der Schwangerschaft, insbesondere bei Kernbotschaft für die Praxis: CMV-Prävention beruht auf einfacher Hygieneberatung, nicht auf Routinetests, denn strikte Hygiene ist der wirksamste Schutz (34-37). Korrespondenzadresse: Dr. med. Larissa Dietrich E-Mail: Larissa.dietrich@usb.ch und PD Dr. med. Cécile Monod E-Mail: Cecile.monod@usb.ch Frauenklinik Universitätsspital Basel 4031 Basel Referenzen: 1. Jackson E, Glasier A.: Return of ovulation and menses in postpartum nonlactating women: a systematic review. Obstet Gynecol. 2011;117(3):657–662. 2. ACOG: Obstetric Care Consensus No. 8: Interpregnancy Care. Obstetrics & Gynecology. 2019;133(1):e51–e72. 3. ACOG.:ACOG Committee Statement No. 21: Access to Contraception. Obstetrics & Gynecology. 2025;146(5):e88–e97. 4. Vricella LK, Gawron LM, Louis JM. Society for Maternal-Fetal Medicine (SMFM) Consult Series #48: Immediate postpartum long-acting reversible contraception for women at high risk for medical complications. Am J Obstet Gynecol. 2019;220(5):B2–b12. 5. Brunson MR, Klein DA, Olsen CH, Weir LF, Roberts TA.:Postpartum contraception: initiation and effectiveness in a large universal healthcare system. Am J Obstet Gynecol. 2017;217(1):55.e1–.e9. 6. 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