Dr. med. Maxim Zavorotnyy: Psychiatrie
«Unsere Entscheidungen und unsere Haltung können einen entscheidenden Unterschied machen»
«Unsere Entscheidungen und unsere Haltung können einen entscheidenden Unterschied machen»
Welche Strategien sind bei Kindern und Jugendlichen sinnvoll?
In diesem Artikel werden Elemente einer Psychotherapie für Kinder und Jugendliche mit ADHS/ADS vorgestellt. Dazu gehören unter anderem die Psychoedukation, die Definition der individuellen Therapieschwerpunkte mithilfe der Teilearbeit sowie das therapeutische Spiel. Ziel der Therapie ist nicht nur, den Kindern und Jugendlichen Fähigkeiten zu vermitteln, damit sie besser mit alltäglichen Situationen zurechtkommen, sondern ihnen auch dabei zu helfen, ihre Stärken und Ressourcen zu erkennen und zu nutzen.
Interview mit Prof. Stefanie Schmidt, Universität Bern
Es gibt unzählige Apps und Programme, die Hilfe bei der Prävention von Krankheiten oder zum Lösen gesundheitlicher Probleme versprechen. Wir sprachen mit Prof. Stefanie Schmidt, Abteilung für Klinische Psychologie und Psychotherapie an der Universität Bern, über die Möglichkeiten einer Online-Psychotherapie für Kinder und Jugendliche.
Psychotherapie bei chronischen Schmerzen im Kindes- und Jugendalter
Schmerzpatienten werden zum Psychotherapeuten geschickt, weil andere therapeutische Ansätze nicht greifen und keine organischen Ursachen für den Schmerz gefunden wurden, sie haben sozusagen «nichts». Erste Aufgabe der Psychotherapie ist darum das Benennen und Herstellen von Zusammenhängen. Dass biologische, psychologische und soziale Faktoren gleichermassen zur Aufrechterhaltung chronischer Schmerzen beitragen, ist den Patienten meist nicht bewusst.
Als Migrant in einer fremden Umgebung sein Leben nochmals neu zu beginnen, stellt hohe Anforderungen an die Anpassungsfähigkeit eines Menschen. Bestimmte Gruppen von Migranten kommen aus Lebenswelten, die geprägt sind von Armut, Vernachlässigung, physischer Gewalt und Diskriminierung. Diese Faktoren tragen dazu bei, dass einige Migranten ein erhöhtes Risiko aufweisen, an psychischen Störungen zu erkranken. Wegen Sprachbarrieren und kultureller Unterschiede kann es schwierig sein, betroffene Migranten für eine Psychotherapie zu motivieren und eine solche erfolgreich durchzuführen. Wenn der Therapeut bestimmte Grundsätze beachtet, kann aber auch bei Menschen aus fremden Kulturen eine Psychotherapie gelingen.
Psychodynamische Psychotherapie von Menschen mit Psychosen
In den psychiatrischen Kliniken mit Versorgungsauftrag bestimmen häufig Menschen mit Psychosen den Klinikalltag. Eine Medikamenteneinnahme wird oftmals als Voraussetzung dafür angesehen, dass der Betroffene überhaupt therapierbar ist. Ein Werkzeugkasten für Professionelle, der in diesem Teil 1 vorgestellt wird, soll Psychotherapeuten im Umgang mit Psychosebetroffenen den Zugang zu einer psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung ermöglichen, ohne dass diese Zwang im Zusammenhang mit der Psychopharmakaeinnahme erleben müssen. Grundlegendes Werkzeug dafür ist eine therapeutische Haltung, die auch eine respektvolle Zusammenarbeit der Disziplinen, der Verfahren und der biologischen wie auch der psychotherapeutischen Medizin beinhaltet. Des Weiteren ist eine Modifikation des Psychotherapieverfahrens notwendig. Beides ermöglicht Menschen mit einer Psychose, ein Setting und Therapieformen anzunehmen und diese nicht als aufgezwungenen Feind zu empfinden.
In der Psychotherapie alter Menschen ist der Körper, die eigene Biografie und die Altersrelation zwischen Patient und Therapeut besonders wichtig. Die psychotherapeutische Behandlung von Depression, Angst und Demenz im Alter ist speziell, aber genauso wirksam wie in früheren Lebensaltern. Psychotherapie kann auch bei Angehörigen von Demenzkranken erfolgreich eingesetzt werden.
Behandlung von Depressionen bei Erwachsenen
Erste Anlaufstelle für die meisten Patienten mit Depressionen ist der Hausarzt. Doch werden depressive Störungen in der Allgemeinpraxis häufig nicht diagnostiziert, was unter anderem daran liegt, dass zwei Drittel der depressiven Patienten hauptsächlich über somatische Beschwerden klagen.
Zur Behandlung von Depressionen gibt es mittlerweile eine Reihe von sehr wirksamen medikamentösen und psy- chotherapeutischen Massnahmen, die Anlass zu echtem Optimismus geben. Viele Patienten brechen jedoch die empfohlene medikamentöse Behandlung vorzeitig ab oder nehmen eine psychotherapeutische Behandlung nicht in Anspruch. Daher bleiben die Rückfallraten auf einem unnötig hohen Niveau. Durch Psychoedukation soll einerseits die Anwendung wirksamer Behandlungsmethoden unterstützt und andererseits das Selbsthilfepotenzial der Patienten und der mitbetroffenen Angehörigen so gefördert werden, dass optimale Behandlungsergebnisse er- reicht werden können.