Wirksame Cholesterinsenkung über RNA-Interferenz
Seit September 2021 steht in der Schweiz mit Leqvio® (Inclisiran) ein neuer subkutan injizierbarer Cholesterinsenker zur Verfügung, der nur alle 6 Monate appliziert werden muss.
Seit September 2021 steht in der Schweiz mit Leqvio® (Inclisiran) ein neuer subkutan injizierbarer Cholesterinsenker zur Verfügung, der nur alle 6 Monate appliziert werden muss.
LDL-Cholesterin lässt sich ohne kardiovaskuläre Nachteile bis auf 0,2 mmol/l senken, wie eine sekundäre Analyse der FOURIER-Studie ergeben hat. Befürchtete Kognitionseinbussen traten unter so tiefem LDL nicht auf, hiess es am ESC-Kongress.
Ziel bleibt das LDL-Cholesterin
Die Zielwerte in der Lipidsenkung bei verschiedenen Patientengruppen und die Möglichkeiten, diesen Zielen mit Medikamenten in der Primär- und Sekundärprävention nahezukommen, waren Themen an den Medidays 2015 in Zürich.
In der Studie IMPROVE-IT hat sich die Kombination aus Simvastatin und Ezetimib bei Hochrisikopatienten als effektiver erwiesen als eine alleinige Statingabe. Die Abnahme kardiovaskulärer Ereignisse setzte sich im niedrigen LDL-Cholesterin-Bereich unterhalb von 1,8 mmol/l fort.
Lipide und kardiovaskuläre Erkankungen
Die lebenslange Exposition mit erhöhten Konzentrationen von «Low-Density»-Lipoprotein (LDL)-Cholesterin erhöht das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse. Die Therapie mit Statinen hat sich zusammen mit Ernährungsmodifikation, körperlicher Betätigung und Rauchverzicht auf Bevölkerungsebene als hoch effektiv erwiesen, um die mit der Hyperlipidämie assoziierte Krankheitslast zu reduzieren.
Was ist zu tun und wie kann man das HDL erhöhen?
Epidemiologisch ist die ungünstige Assoziation zwischen tiefen HDL-Cholesterin-Werten und erhöhter Häufigkeit kardiovaskulärer Ereignisse eindeutig. Therapeutische Interventionen zur Anhebung tiefer HDL-Cholesterin-Spiegel haben in randomisierten Studien aber nicht immer das erhoffte Ergebnis gebracht. Therapiemassnahmen sollten immer Lifestylemodifikation und ein Statin, bei ausgewählten Patienten zusammen mit einem Fibrat, umfassen.
Haben Sie schon vom hässlichen Cholesterin gehört?
Es sei an der Zeit, einige Mythen aus dem Bereich der Lipidologie zu entlarven, so Professor Dr. med. Arnold von Eckardstein, Direktor am Institut für Klinische Chemie, Universitätsspital Zürich. Er stellte die drei gängigsten Mythen vor und erläuterte, warum sie nicht zutreffen.
Pflanzensterine (oder Phytosterine, Phytosterole) sind natürlicherweise in Pflanzen vorkommende Lipide. Sie sind strukturell dem Cholesterin ähnlich und erfüllen in der Pflanzenzelle analoge Funktio- nen. Seit den Fünfzigerjahren ist ihre cholesterin- senkende Wirkung bekannt. Diese wird seit den Neunzigerjahren in funktionellen Lebensmitteln, die mit Pflanzensterinen angereichert sind, zur Cholesterinsenkung genutzt.
Auch bei geringem kardiovaskulärem Risiko von Nutzen
Statine reduzieren den LDL-Cholesterin-Spiegel und damit das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und koronare Revaskularisationen – auch bei Menschen mit niedrigem kardiovaskulärem Risiko. Sollte man die Indikation für eine Statintherapie grosszügiger stellen?
Die meisten Wissenschaftler betrachten heute eine hohe Fett- und Cholesterinaufnahme mit der Nahrung als einen der wichtigsten Risikofaktoren für die Entstehung der Arteriosklerose und der koronaren Herzkrankheit (KHK). Je höher die Cholesterinplasmakonzentration, desto höher die koronare Mortalität und umgekehrt. Diese immer wieder gezeigte Korrelation kennt heute schon fast jedes Kind. Welche Rolle die tägliche Ernährung in der Entstehung der KHK tatsächlich spielt, wurde nie befriedigend beantwortet. Es existiert eine unüberschaubare Menge an pseudowissenschaftlicher Literatur. Die meisten Übersichtsarbeiten präsentieren eine Selektion der Papers, welche die Meinung der Autoren unterstützen. Wir können aber davon ausgehen, dass eine derart komplexe und verschieden definierte Erkrankung wie die KHK nicht durch einen einzigen Nahrungsmittelbestandteil wie Cholesterin bedingt sein kann.