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Kosmetischer Eingriff mit Folgen
Disseminierte Sarkoidose wegen Augenbrauen-Tattoo
Tätowierungen können kutane Sarkoidose-Läsionen induzieren – eine mögliche erste sichtbare Manifestation einer multisystemischen granulomatösen Erkrankung.
Eine 46-jährige Frau liess sich die Augenbrauen tätowieren und stellte sich 15 Monate später mit persistierenden asymptomatischen Hautveränderungen erstmals dermatologisch vor, wie Lara Saeid et al. aus der Abteilung für Hämatologie des Tishreen University Hospital in Syrien berichten. Ery thematöse, infiltrierte, nicht pruriginöse Plaques und Papeln traten zunächst an den tätowierten Augenbrauen auf und breiteten sich dann innerhalb weniger Tage auf entfernte, nicht tätowierte Hautstellen bzw. auf den oberen Rücken und Ellenbogen aus. Systemische Symptome lagen nicht vor, ebenso wenig bekannte Vorerkrankungen oder Nikotinkonsum. Eine Hautbiopsie einer nicht tätowierten Hautstelle zeigte eine nicht verkäsende granulomatöse Entzündung, vereinbar mit einer kutanen Sarkoidose, was sich in der Bildgebung bestätigte.
Nach initial topischer Therapie mit Clobetasolpropionat 0,05%, die wenig brachte, wurde die Therapie wegen der Gesichtsbeteiligung und der ausgedehnt betroffenen Körperoberfläche auf systemisches Prednisolon 0,5 mg/kg/Tag umgestellt. Innerhalb einer Woche zeigte sich eine deutliche klinische Verbesserung, sowohl der Gesichts- als auch der übrigen betroffenen Läsionen. Unter anhaltender klinischer Remission wurde die Prednisolon-Dosis wöchentlich um 5 mg reduziert. Nach einer Erhaltungstherapie mit 5 mg täglich über drei Monate konnte die Therapie beendet werden. vh
Quelle: Saeid L et al.: Disseminated cutaneous sarcoidosis triggered by eyebrow tattoo: a case report highlighting lesions beyond tattooed sites. Oxf Med Case Reports. 2026;2026(2):145-147. doi:10.1093/omcr/omag004
212 ars medici 5 | 2026
Foto: pexels/thanh cong le