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ARS MEDICI – Schweizer Zeitschrift für Hausarztmedizin, liefert seit über 100 Jahren fundierte und seriöse Informationen für grundversorgende Ärzte. ARS MEDICI erscheint 12 mal pro Jahr in einer Auflage von 10'000 Exemplaren.

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Metainformationen


Titel
Rosenbergstrasse 115
Untertitel
-
Lead
Die extremste Form von Langsamkeit haben zweifellos Hans Roy und seine Mitarbeiter von der Universität Aarhus entdeckt. Tief unter dem Meeresboden fanden sie Bakterien, die in ihrer Jugendzeit noch die Dinosaurier erlebt haben. 86 Millionen Jahre ist es her, seit sie zum letzten Mal etwas zu fressen gekriegt haben. Zu einer Teilung können sie sich nur rund alle 1000 Jahre entscheiden.
Datum
2. Juli 2012
Journal
ARS MEDICI 11/2012
Autoren
Richard Altorfer
Rubrik
Rubriken
Schlagworte
-
Artikel-ID
4222
Kurzlink
https://www.rosenfluh.ch/4222
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Transkript


MEDIEN, MODEN, MEDIZIN

Rosenbergstrasse 115

Die extremste Form von Langsamkeit haben zweifellos Hans Roy und seine Mitarbeiter von der Universität Aarhus entdeckt. Tief unter dem Meeresboden fanden sie Bakterien, die in ihrer Jugendzeit noch die Dinosaurier erlebt haben. 86 Millionen Jahre ist es her, seit sie zum letzten Mal etwas zu fressen gekriegt haben. Zu einer Teilung können sie sich nur rund alle 1000 Jahre entscheiden.
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Weiteres unnützes Wissen – allen Facebookern bestens bekannt – gibt’s jetzt auch in Buchform. Titel: «Nutella hat Lichtschutzfaktor 9,7. Die volle Dosis unnützes Wissen.» Darin enthalten ist Wissenswertes wie zum Beispiel, dass bisher erst zwei amerikanische Präsidenten vorübergehend amtsunfähig waren: Ronald Reagan und George W. Bush. Jedesmal wegen einer Darmspiegelung. Oder ebenfalls wissenswert: 50 Prozent der Briten leiden unter Nomophobie, der Angst unerreichbar zu sein.
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Nomophobie ist im Übrigen ein von der englischen Post geprägtes Kunstwort beziehungsweise die Abkürzung von «No Mobile Phone-Phobia» (wörtlich: «Kein-Handy-Angst»).
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Dummerweise kann man heutzutage überall in den Ferien den «Eurovision Song Contest» mitverfolgen. Gut, niemand muss, aber es tun’s mehr als es zugeben. Zufälligerweise waren in den darauffolgenden Tagen auf verschiedenen Sendern mehrere der zurzeit – es ist

zu vermuten: nicht ganz zufällig – so beliebten Hitparaden zu sehen: Die erfolgreichsten «Eurovisions»-Songs, die 30 beliebtesten Schlagersänger der Siebzigerjahre, die 40 beliebtesten Lovesongs in Hessen (ungelogen!). Mancher, der den hektischen, gleissenden bis kreischenden, zwar perfekt inszenierten, aber kaum erinnerungswürdigen Musikmix aus Baku erlebt hat, genoss mit leicht schlechtem Gewissen die handgemachte Musik von der Art «17 Jahr …» von Udo, «Love me tender» von Elvis, den melodischen Schmus von Bryan Adams, Marianne Rosenberg, France Gall, Katja Epstein oder – schlimmer geht’s nimmer – Bernd Clüver. Kitsch ja, aber alleweil besser als der sogenannte «mystische Pop» einer Marokkanerin aus Schweden, deren Karriere 2004 als Viertplatzierte im schwedischen Pendant zu «Deutschland sucht den Superstar» begann. Aber eben und zum Glück: De gustibus …
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Apropos Viertplatzierte und das, was auch Viertplatzierte heutzutage rasch einmal werden: prominent. Wer ist beziehungsweise was heisst «prominent»? Als prominent gilt offenbar, wer in der sechsten Staffel einer der unzähligen Castingshows Zweite(r) wird wie zum Beispiel Rebecca Mir. Kennen Sie nicht? Macht nichts. Frau Mir, die übrigens in Monschau-Imgenbroich lebt (den Ort kennen Sie auch nicht?), wurde 2010 Zweite bei «Germany’s next Topmodel» (nein, muss man nicht kennen). Später lief sie auf der Mercedes Benz Fashion Week in Berlin für die Modelabels Lena Hoschek und Minx (schon klar, die kennen Sie auch nicht) und präsentierte Teile der Kollektion

von Jorge Gonzalez (Frage überflüssig) beim Chicas Walk (Sie verstehen schon wieder «Bahnhof», geben Sie’s zu). Also, wer so prominent ist, der wird dann zu «Let’s dance» eingeladen (wenigstens davon sollten Sie schon mal gehört haben). Und wenn man dort wiederum Zweite wird, ja, dann hat man’s geschafft und gehört endgültig zur C-Prominenz. Mal schauen, wie es unserem Schweizer DSDS-Sieger Luca Hänni ergeht. Sagen Sie nicht, dass Sie Luca und DSDS auch nicht kennen!
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Die Andromeda-Galaxie und unsere Milchstrasse rasen mit einer Geschwindigkeit von rund 400 000 Stundenkilometern aufeinander zu. Unklar war bislang, ob sie miteinander kollidieren, sich nur streifen oder sogar ganz verfehlen werden. Mit dem Hubble-Teleskop ist es nun gelungen, die Bewegung der Andromeda-Galaxie zu messen, und es hat sich gezeigt: Es wird einen Frontalzusammenstoss geben. Dumm, denn wir wissen nicht, was dabei genau passiert. Beruhigend: Es passiert erst in vier Milliarden Jahren.
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Und das meint Walti: Ich glaub, ich hab ’nen Tinnitus im Auge – ich seh nur Pfeifen …
Richard Altorfer

ARS MEDICI 11 ■ 2012

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