Schlagwort: Schwindel
Schwindel und Gleichgewichtsstörungen im Alter: Mehr als «nur Altersschwindel»
Die Vereinten Nationen haben das aktuelle Jahrzehnt zur «UN Decade of Healthy Aging» erklärt (1). Schwindel, Gleichgewichtsstörungen und Stürze gehören zu den häufigsten gesundheitlichen Beschwerden, die einem gesunden Altern entgegenstehen (2). Während sich die Möglichkeiten der Diagnostik und Therapie von Schwindelsyndromen in den letzten Jahren deutlich verbessert haben, erhalten immer noch viele Senioren die Diagnose «Altersschwindel» verbunden mit der fatalistischen Einschätzung «Damit müssen Sie leben». Das muss nicht sein! Der vorliegende Artikel widmet sich diesem Thema insbesondere von neurootologischer Seite. Neben Epidemiologie und Besonderheiten von Schwindel im Alter gehen wir auf die altersassoziierte multisensorische Degeneration und exemplarische neuro(oto-)logische Krankheitsbilder ein. Den Abschluss bildet ein Überblick über Anamnese und klinisch-neurootologische Untersuchung sowie therapeutische Grundprinzipien und Sturzprophylaxe – inklusive nützlicher Links zu Online-Ressourcen für Patienten und medizinisches Fachpersonal.
Schwindel bei Kindern
Wie man Ursachen und Auslösern auf die Spur kommt
Bei Kindern gestaltet sich die Diagnostik von Schwindel oft schwierig. Mithilfe der Anamnese sowie gezielter neurootologischer und klinischer Unter suchungen können die zugrundeliegenden Faktoren und Zusammenhänge jedoch meist identifiziert werden.
Schwindel – häufigste Gründe für die Illusion
Die vorliegende Ausgabe von «Psychiatrie + Neurologie» widmet sich mit dem Schwerpunkt «Schwindel» den beiden in der klinischen Praxis wahrscheinlich häufigsten Entitäten, die zu einer illusorischen Wahrnehmung einer Eigenoder Umgebungsbewegung führen: zum einen dem funktionellen Schwindel und zum anderen der vestibulären Migräne.
Funktioneller Schwindel – Persistent Postural-Perceptual Dizziness (PPPD)3
Funktionelle chronische Schwindelbeschwerden sind häufig und gehen mit einem starken Leidensdruck der Patienten einher, der nicht selten bis zur Arbeitsunfähigkeit führt. Dieses Beschwerdebild wurde lange unterschätzt und nicht systematisch angegangen, nicht zuletzt aufgrund einer heterogenen Begrifflichkeit. Unter dem Begriff «persistent postural-perceptual dizziness» (PPPD) werden seit 2017 die zuvor gebräuchlichen Diagnosen des «visual vertigo» sowie des phobischen Schwindels zusammengefasst und durch klare Kriterien definiert. Die systematische Erfassung und Förderung des Bewusstseins für die Erkrankung sollen gewährleisten, dass Patienten eine korrekte Diagnose und somit auch die entsprechende Therapie erhalten.
Vestibuläre Migräne
Die vestibuläre Migräne ist eine der häufigsten Ursachen von Schwindelbeschwerden. Sie manifestiert sich mit variablen Mustern von peripheren und zentral-vestibulären Störungen in Kombination mit Migränesymptomen wie Photo- und Phonophobie. Im klinischen Alltag wird diese Störung weiterhin zu selten erkannt und diagnostiziert. Die entscheidende Massnahme für die Diagnosestellung ist die Erhebung einer gezielten Anamnese hinsichtlich von Migränesymptomen, welche die zumeist episodischen Schwindelsensationen in der Mehrzahl der Fälle begleiten.
Von CANVAS zu RFC1-assoziierten Erkrankungen – ein Update
Von der Erstbeschreibung Anfang der 1990er-Jahre im Sinn einer zerebellären Ataxie plus bilaterale Vestibulopathie und der syndromalen Charakterisierung als CANVAS-Syndrom (Cerebellar Ataxia, Neuropathy, Vestibular Areflexia) 2011 hat sich mit dem Nachweis einer biallelischen Pentanukleotidexpansion im RFC1-Gene das Spektrum der sogenannten RFC1-assoziierten Erkrankungen massgeblich erweitert. Diese Entwicklung wird in dieser Übersichtsarbeit zusammenfassend dargestellt, die klinischen Kernbefunde wie sensorische Polyneuropathie, bilaterale Vestibulopathie, zerebelläres Ausfallsyndrom, chronischer nicht-produktiver Husten und dysautonome Funktionsstörungen sowie die diagnostischen Schritte diskutiert und das Spektrum der beobachteten Phänotypen beschrieben. Ebenso werden relevante Differenzialdiagnosen berücksichtigt und therapeutische Möglichkeiten beschrieben.
Leitsymptom Schwindel – Diagnose leicht gemacht
Mindestens jeder Dritte leidet in seinem Leben mindestens 1-mal unter Schwindel. Was steckt dahinter? Je nach Art und Dauer des Schwindels, den Auslösern und möglichen Begleitsymptomen lassen sich die verschiedenen Schwindelsyndrome gut unterscheiden und nach korrekter Diagnosestellung heutzutage auch wirksam behandeln.
Nicht ohne den Hausarzt!
Schwindeldiagnostik und -therapie
Patienten, die über Schwindel klagen, konsultieren häufig als Erstes den Allgemeinarzt. Durch ein strukturiertes Vorgehen lässt sich dieses Symptom gut in der Hausarztpraxis behandeln. Überweisungen zum Facharzt sollten, wenn überhaupt, zielgerichtet erfolgen und immer vom Hausarzt koordiniert werden.
Schwindel bei älteren Patienten
Was stört das Gleichgewicht?
Das Gefühl von Schwindel, das heisst der gestörten Wahrnehmung der eigenen Körperposition, kann vielfältige Ursachen haben. Da der Laie die Symptomatik nur schwer einem bestimmten Fachgebiet zuordnen kann, ist der Hausarzt oft erster Ansprechpartner. Vestibuläre Schwindelformen stellen im hausärztlichen Bereich zwar die Minderheit dar, können jedoch den Patienten schwer beeinträchtigen und/oder zu lebensbedrohlichen Komplikationen führen. In der folgenden Übersichtsarbeit werden deshalb die Aspekte hausarztrelevanter vestibulärer Diagnostik und Therapie schwerpunktmässig dargestellt.