Schweizer Zeitschrift für Gynäkologie 01/2026
Inhaltsverzeichnis
Traumatisierend erlebte Geburt: Wie verhindern, wie erkennen, wie behandeln?
Der Übersichtsartikel fasst den aktuellen Wissensstand zu Definition, Prävalenz, Risikofaktoren, Erkennung sowie evidenzbasierten Präventions- und Behandlungsansätzen zusammen. Ein besonderer Fokus liegt auf der Rolle (niedergelassener) Gynäkologinnen und Gynäkologen, die durch frühzeitige Sensibilisierung, aktives Nachfragen nach dem Geburtserleben und gezielte Weiterverweisung wesentlich zur Prävention chronischer Verläufe beitragen können.
Laktationsprobleme: Häufige Schwierigkeiten beim Stillen und Therapieoptionen
Neue Erhebungen zeigen, dass sich die Stillpraxis deutlich verbessert hat und die Hälfte der jungen Mütter mindestens vier Monate stillt. Stillschwierigkeiten sind häufig, aber lassen sich durch frühe professionelle Unterstützung und Behandlung beheben, so dass das Stillen länger aufrecht erhalten werden kann.
Wichtige Präventionsmassnahmen in der Praxis: Familienplanung nach der Geburt
Schwangerschaft und Wochenbett bieten ein wichtiges Zeitfenster für präventive Beratungen zur reproduktiven Gesundheit und (weiteren) Familienplanung sowie zur allgemeinen Gesundheitsprävention. Dazu gehört die Beratung zur sicherer, ggf. stillverträglicher Verhütung, zum optimalen Schwangerschaftsabstand sowie zu Präventionsmassnahmen im Hinblick auf eine zukünftige Schwangerschaft – darunter zur Vermeidung einer CMV-Übertragung, zur Förderung eines gesunden Lebensstils und der psychischen Gesundheit.
Langzeitfolgen nach komplizierten Schwangerschaften und strukturierte Nachsorge
Gravidität: Fenster in die künftige Gesundheit
Komplizierte Schwangerschaften sind frühe Marker einer erhöhten späteren Morbidität. Hypertensive Schwangerschaftserkrankungen, Gestationsdiabetes, Frühgeburt, fetale Wachstumsrestriktion oder Schwangerschaftsverluste sind mit langfristigen kardiovaskulären, metabolischen, psychischen und urogynäkologischen Risiken assoziiert. Daraus ergibt sich für die gynäkologische Praxis die Notwendigkeit einer strukturierten, risikoadaptierten Nachsorge.
Evidenz zur Bedeutung der Applikationsroute: Moderne menopausale Hormontherapien und kardiovaskuläres Risiko
Die Frage nach dem kardiovaskulären Sicherheitsprofil der Hormonersatztherapie (HRT) ist seit der Publikation der Women’s Health Initiative (WHI)-Studie im Jahr 2002 umstritten und hat zu jahrzehntelanger Verunsicherung in der Klinik und bei Patientinnen geführt. Während neue Daten den Nutzen moderner, niedrigdosierter HRT zunehmend belegen, bleibt eine zentrale Frage ungeklärt: Unterscheidet sich das kardiovaskuläre Risiko zwischen oraler und transdermaler HRT-Applikation in der heutigen Praxis?
Akute und rezidivierende Harnwegsinfektionen – Update
Akute Harnwegsinfektionen (HWI) gehören zu den häufigsten bakteriellen Infektionen in der gynäkologischen Praxis. HWIs betreffen die Hälfte aller Frauen; von den Betroffenen erlei- det mindestens ein Viertel ein Rezidiv.
Der stille Verlust: Knochendichte und Frakturrisiko nach der Menopause
Wenn es um die Diagnose von Osteoporose und die Prävention von Knochenbrüchen geht, spielen Gynäkologen eine wichtige Rolle. Oft sind sie die einzigen medizinischen Fachpersonen, die gesunde Frauen in der Zeit vor und nach der Menopause sehen.
Editorial
In diesem Heft
Schwerpunkt: Postpartale Betreuung
- Traumatisierend erlebte Geburt: Wie verhindern, wie erkennen, wie behandeln?
- Laktationsprobleme: Häufige Schwierigkeiten beim Stillen und Therapieoptionen
- Wichtige Präventionsmassnahmen in der Praxis: Familienplanung nach der Geburt
- Langzeitfolgen nach komplizierten Schwangerschaften und strukturierte Nachsorge