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In der Schweizer Zeitschrift für Gynäkologie erscheinen aktuelle Beiträge zu Schwerpunktthemen, Kongressberichte, Interviews und Neuigkeiten aus Klinik, Praxis und Forschung. Sie ist das offizielle Organ der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendgynäkologie (GYNEA) und kommt mit einer Auflage von ca. 3500 Exemplaren 4 mal pro Jahr.

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Titel
Sterben die Schweizer aus?
Untertitel
-
Lead
Diese Frage titelte bereits im Jahr 2003 eine Schweizer Zeitung. Der Grund war die damals sehr niedrige Geburtenrate von 1,39 Kindern pro Frau in der Schweiz. Inzwischen ist die Geburtenrate zwar wieder leicht auf 1,54 Kinder pro Frau (2015) angestiegen, liegt aber weiterhin unter der erforderlichen Rate von 2,07 Kindern pro Frau für einen Generationenerhalt.
Datum
30. Juni 2017
Journal
Schweizer Zeitschrift für Gynäkologie 03/2017
Autoren
Michael von Wolff
Rubrik
Editorial
Schlagworte
-
Artikel-ID
32648
Kurzlink
https://www.rosenfluh.ch/32648
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Transkript


EDITORIAL

D iese Frage titelte bereits im Jahr 2003 eine Schweizer Zeitung. Der Grund war die damals sehr niedrige Geburtenrate von 1,39 Kindern pro Frau in der Schweiz. Inzwischen ist die Geburtenrate zwar wieder leicht auf 1,54 Kinder pro Frau (2015) angestiegen, liegt aber weiterhin unter der erforderlichen Rate von 2,07 Kindern pro Frau für einen Generationenerhalt.

Heutzutage mit 31 erstmals Mutter Diese Zahlen zeigen, dass Fertilität sowie Infertilität weiterhin gesellschaftspolitisch wie medizinisch hochaktuelle Themen sind. Die Gründe für die weiterhin eher niedrige Geburtenrate sind sicherlich
Sterben die Schweizer aus?
vielschichtig. Einer der für uns Mediziner relevantesten Gründe dürfte die Zunahme des Alters der Frau bei der ersten Geburt sein. Betrug dieses bei Schweizer Frauen im Jahr 1970 noch knapp 25 Jahre, so liegt es inzwischen bei gut 31 Jahren.
Bewährte bis sehr innovative Reproduktionsmedizin Die moderne Medizin bietet eine Vielzahl von Therapien, um der (u.a.) altersbedingten Zunahme von Sterilitätsfaktoren zu begegnen. Dazu gehören die konservative Sterilitätsdiagnostik und -therapie, der wir uns im ersten Artikel annehmen. Diese hat sich in den letzten Jahren kaum verändert und kann von den meisten niedergelassenen Gynäkologen problemlos durchgeführt werden. Im Gegensatz dazu haben sich die technischen Möglichkeiten jenseits der konservativen Sterilitätstherapie erheblich erweitert. So bestehen inzwischen effektive Möglichkeiten, auch bei einer sehr niedrigen Ovarreserve In-vitro-Fertilisationsbehandlungen (IVF) durchzuführen, indem die endogene Gonadotropinfreisetzung und Follikulogenese genutzt wird. Viele Frauen sind an diesen Techniken sehr interessiert, die meisten Reproduktionsmediziner sind jedoch skeptisch. Aber wer hat nun recht? Dies möchten wir in einem Artikel über die IVF im natürlichen Zyklus beleuchten.

Neue Techniken in der Kontroverse Als Gegenentwurf zu dieser eher natürlichen Form der IVF steht die hochtechnisierte Variante mitsamt der genetischen Untersuchung von Embryonen. Die gezielte Diagnostik von Erbkrankheiten wird überwiegend als sinnvoll angesehen. Der Nutzen des sogenannten Präimplantationsscreenings wird jedoch kontrovers diskutiert. Aufgrund dessen widmen wir auch dieser Thematik einen gesonderten Artikel, damit Sie sich selber ein Bild machen können. Und schliesslich denken manche Frauen, dieser Thematik ganz aus dem Weg gehen zu können, indem sie eine Fertilitätsreserve anlegen lassen. Eine solche Anlage ist zweifelsohne vor einer gonadotoxischen Erkrankung sinnvoll, aber ist sie es auch ohne eine medizinische Indikation?
Liebe Kolleginnen und Kollegen, Sie sehen, die Fortpflanzung hat sich in diesen Jahren erheblich verändert, was nicht nur medizinische, sondern auch gesellschaftliche Implikationen hat. Oder um es noch pointierter zu sagen: Früher durfte der Mann nicht bei der Geburt dabei sein, heute kann er sich glücklich schätzen, wenn er der Zeugung beiwohnt! Wir wünschen Ihnen eine interessante Lektüre: Informieren Sie sich über die Möglichkeiten, Chancen und Risiken der altbekannten und der neuen Entwicklungen.
Ihr Michael von Wolff

GYNÄKOLOGIE 3/2017

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