ARS MEDICI 06/2026
Inhaltsverzeichnis Ars Medici
Nach Abnehmprogramm: 8500 Schritte zur Gewichtsstabilisierung
In den Gewichtsmanagement-Programmen ist vermehrte Bewegung eine wichtige Massnahme. Wie viel davon nötig ist, um das erreichte Gewicht stabil zu halten, wurde in einem systematischen Review mit Metaanalyse untersucht.
Rückenmarksverletzung: Antikörper lässt Nervenfasern neu wachsen
Eine internationale Studiengruppe unter der Leitung der Universität Zürich (UZH) und der Universitätsklinik Balgrist hat Patienten mit akuten Rückenmarksverletzungen erfolgreich mit dem neuartigen Antikörper NG101 behandelt. Die Ergebnisse zeigten, dass NG101 die Rückbildung von Rückenmarksläsionen beschleunigt und bestehendes Nervengewebe erhält.
Schlaf verlangsamt das Altern: Grossstudie ermittelt die optimale Schlafdauer
Eine im «Nature» publizierte Analyse der Schlafdauer und Alterungsanzeichen hat aus Daten der UK Biobank, einer Langzeitstudie mit mehr als 500 000 Menschen, einen optimalen Bereich ermittelt – etwa sechs bis acht Stunden
Schlaf pro Tag –, der mit einem geringeren Risiko für vorzeitigen Tod und Krankheiten verbunden ist.
Neuroblastom: Krebszellen gezielt aushungern
Raphael Morscher vom Universitäts-Kinderspital Zürich hat den Georg-Friedrich-Götz-Preis erhalten. Ausgezeichnet wird seine Forschung zu einem neuen Therapieansatz gegen Neuroblastome: Die Krebszellen werden über ihren Stoffwechsel angegriffen – mit einem Medikament und einer gezielt angepassten Ernährung.
Jahresbericht 2025/2026
Anti-Doping: Was muss der Hausarzt bei der Betreuung von Sportlern beachten?
Doping ist ein relevantes Thema in der Betreuung von Leistungs‑ und ambitionierten Breitensportlern. Hausärzte begleiten Athleten oft langfristig und sind daher zentrale Ansprechpartner bei Fragen zu Medikamenten, Nahrungsergänzungsmitteln oder möglichen leistungssteigernden Substanzen.
Leistungssport: Die Bedeutung des Menstruationszyklus bei Athletin
Hormonelle Schwankungen während des Menstruationszyklus können die sportliche Leistungsfähigkeit von Sportlerinnen auf vielfältige Weise beeinflussen. Ob und in welchem Ausmass sich diese Einflüsse auf die objektivierbare sportliche Leistungsfähigkeit auswirken, ist wissenschaftlich noch nicht abschliessend geklärt.
SIPE: Schwimminduziertes Lungenödem bei Sportlern
Das schwimminduzierte Lungenödem (Swimming-Induced Pulmonary Edema, SIPE) ist eine akute, nicht kardiale Form des Lungenödems, die während oder kurz nach der Belastung beim Schwimmen auftritt. Vor allem bei Sportlern aus dem Bereich Triathlon und Freiwasser-/Langdistanzschwimmen hat das Krankheitsbild eine Relevanz.
Therapie der venösen Thromboembolie: Womit, wie lange, bei wem?
Art und Dauer einer Thrombosebehandlung hängen von der Ursache der Thrombose und den vorhandenen Risikofaktoren ab. Welche Faktoren in der Therapie einer venösen Thromboembolie eine Rolle spielen und welche Antikoagulanzien sich wofür eignen, erläuterte Prof. Dr. Stefano Barco, Stv. Klinikdirektor, Klinik für Angiologie, Universitätsspital Zürich, am Ärztekongress in Davos.
Herzinsuffizienz: Daran denken und abklären
Viele Patienten überleben heutzutage den Herzinfarkt oder leiden an einem Typ-2-Diabetes. Das macht sie zu Kandidaten für eine Herzinsuffizienz. Wie man sie erkennt und was weiter zu tun ist, erklärte Prof. Dr. Mattia Arrigo, Chefarzt und Professor für Innere Medizin, Ospedale Regionale di Lugano und Università della Svizzera italiana, am Ärztekongress in Davos anhand von zwei Fallvignetten.
Integraler Bestandteil der Schulmedizin: Phytotherapie als naturwissenschaftlich fundierte Therapieform
Die Phytotherapie stellt eine der ältesten Therapieformen dar und hat sich von einer rein erfahrungs basierten Heilkunde zu einem evidenzgestützten Bestandteil der modernen Pharmakotherapie entwickelt. Trotz erheblicher Fortschritte in der synthetischen Arzneimittelentwicklung behalten pflanzliche Arznei mittel ihren festen Platz im therapeutischen Spektrum.
Rheumatische Erkrankungen: Medikamentöse Optionen
Gicht, Arthrose und rheumatoide Arthritis sind häufige rheumatische Erkrankungen. Wie man sie erkennt, diagnostiziert und behandelt, erläuterte der Rheumatologe Prof. Dr. Peter Villiger, Medizinisches Zentrum Monbijou, Bern, an einer FOMF-Veranstaltung.
Muskelmasse schmilzt bei Gewichtsverlust mit
Gingko bei Schwindel
Betablocker absetzen
Hyponatriämierisiko bei Thiaziddiuretika
Massenhaft gefälschte Literaturangaben entdeckt
Inhaltsverzeichnis Pädiatrie
Interview: Lange Wartezeiten in der Kinderpsychiatrie
Depression bei Kindern und Jugendlichen
In der Schweiz besteht weiterhin ein deutlicher Mangel an Fachärztinnen und Fachärzten für Kinder- und Jugendpsychiatrie. Dies führt regional zu Wartezeiten von mehreren Monaten. Gleichzeitig nehmen Notfallkonsultationen, insbesondere bei Jugendlichen in Krisensituationen, zu. Vor diesem Hintergrund kommt der kinderärztlichen Erstversorgung eine zentrale Rolle zu. Das Vorgehen bei Diagnostik und Therapie ist in den Leitlinien festgehalten.
Macht die übermässige Nutzung digitaler Medien kurzsichtig? Myopieprävention im Kindesalter
Die Häufigkeit der Myopie hat in den letzten Jahrzehnten weltweit zugenommen. Prognosen gehen davon aus, dass im Jahr 2050 bereits 40–50% der Weltbevölkerung von Kurzsichtigkeit betroffen sein werden (1,2). Doch wie sieht die Situation in Europa und insbesondere im deutschsprachigen Raum aus? Und warum ist es wichtig, eine progrediente Myopie frühzeitig zu erkennen und zu behandeln?
Kinder als Globetrotter: Fernreisen mit Kindern – Nutzen und Risiken
Reisen mit Kindern haben in den vergangenen Jahren weltweit deutlich zugenommen und stellen einen wachsenden Bereich der Tourismusbranche dar. Immer häufiger reisen auch Familien mit sehr kleinen Kindern in entfernte Länder.
Höheres Risiko – geringeres Risikobewusstsein: Beratung bei Reisen «nach Hause»
Eine besondere Gruppe in der Reisemedizin sind sogenannte «Visiting Friends and Relatives»(VFR)- Reisende. Dabei handelt es sich um Personen mit Migrationshintergrund, die Familie oder Freunde im Herkunftsland besuchen. Sie reisen häufig mit Säuglingen und Kleinkindern. Trotz eines erhöhten Risikos haben sie oft ein geringeres Risikobewusstsein.
Evidenz und Praxis: Spezifische Immuntherapie bei Pollenallergie
Die spezifische Immuntherapie, auch Desensibilisierung genannt, ist die einzige kausale Therapie der Allergie. Durch regelmässige Gabe von Allergendosen wird eine immunologische Toleranz induziert. Das Verfahren ist sicher, schwere Reaktionen sind selten. Dr. Tina Eggmann-Trachsel, Fachärztin für Allergologie und klinische Immunologie, erläuterte die Evidenz der Therapie und die konkrete Durchführung in der Praxis.
Orale Immuntherapie bei Nahrungsmittelallergien im Kindesalter
Chancen, Grenzen und praktische Umsetzung nach dem Rückzug von Palforzia®
Die orale Immuntherapie (OIT) ist heute ein fester Bestandteil der pädiatrischen Allergologie. Sie bietet ausgewählten Kindern mit Nahrungsmittelallergien eine realistische Möglichkeit, das Risiko schwerer Reaktionen zu reduzieren und die Lebensqualität zu verbessern. Dieser Beitrag gibt einen praxisnahen Überblick über Konzept, Ablauf und aktuelle Möglichkeiten der OIT bei Nahrungsmittelallergien – auch nach dem Wegfall von Palforzia®.
Untersuchung, Attest und Beratung: Die sportärztliche Untersuchung im Kindes- und Jugendalter
Wenn ein gesundes Kind, das vielleicht gelegentlich in die Sprechstunde kommt, eine sportärztliche Untersuchung (SPU) für ein nationales oder internationales Turnier braucht, darf ein Attest auch ohne Spezialausbildung in Sportmedizin ausgestellt werden. Die Kinder- und Sportärztin Dr. Daniela MarxBerger zeigte auf, wie eine SPU am besten durchgeführt wird und wo die wichtigsten Informationen zu finden sind.
Impressum
Editorial
In diesem Heft
Medien, Moden, Medizin
- Nach Abnehmprogramm: 8500 Schritte zur Gewichtsstabilisierung
- Rückenmarksverletzung: Antikörper lässt Nervenfasern neu wachsen
- Schlaf verlangsamt das Altern: Grossstudie ermittelt die optimale Schlafdauer
- Neuroblastom: Krebszellen gezielt aushungern
FMP - Frei praktizierende Ärzte Schweiz
Medizin
Fortbildung
- Anti-Doping: Was muss der Hausarzt bei der Betreuung von Sportlern beachten?
- Leistungssport: Die Bedeutung des Menstruationszyklus bei Athletin
- SIPE: Schwimminduziertes Lungenödem bei Sportlern
Berichte
- Therapie der venösen Thromboembolie: Womit, wie lange, bei wem?
- Herzinsuffizienz: Daran denken und abklären
- Integraler Bestandteil der Schulmedizin: Phytotherapie als naturwissenschaftlich fundierte Therapieform
- Rheumatische Erkrankungen: Medikamentöse Optionen
Journal Club
- Muskelmasse schmilzt bei Gewichtsverlust mit
- Gingko bei Schwindel
- Betablocker absetzen
- Hyponatriämierisiko bei Thiaziddiuretika
- Massenhaft gefälschte Literaturangaben entdeckt
FOKUS PÄDIATRIE
- Inhaltsverzeichnis Pädiatrie
- Interview: Lange Wartezeiten in der Kinderpsychiatrie
- Macht die übermässige Nutzung digitaler Medien kurzsichtig? Myopieprävention im Kindesalter
- Kinder als Globetrotter: Fernreisen mit Kindern – Nutzen und Risiken
- Höheres Risiko – geringeres Risikobewusstsein: Beratung bei Reisen «nach Hause»
- Evidenz und Praxis: Spezifische Immuntherapie bei Pollenallergie
- Orale Immuntherapie bei Nahrungsmittelallergien im Kindesalter
- Untersuchung, Attest und Beratung: Die sportärztliche Untersuchung im Kindes- und Jugendalter