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Rückenmarksverletzung
Antikörper lässt Nervenfasern neu wachsen
Eine internationale Studiengruppe unter der Leitung der Universität Zürich (UZH) und der Universitätsklinik Balgrist hat Patienten mit akuten Rückenmarksverletzungen erfolgreich mit dem neuartigen Antikörper NG101 behandelt. Die Ergebnisse zeigten, dass NG101 die Rückbildung von Rückenmarksläsionen beschleunigt und bestehendes Nervengewebe erhält.
(Foto: ©Universitätsklinik Balgrist)
Der Antikörper richtet sich gegen das Protein Nogo-A, das
sich in den Hüllen von Nervenfasern im Rückenmark und
Gehirn befindet. Dieses Protein verhindert bei einer akuten
Verletzung, dass sich die geschädigten Nervenfasern im Rü-
ckenmark regenerieren. Indem NG101 Nogo-A blockiert,
wird diese natürliche Wachstumshemmung aufgehoben.
Dadurch können sich Nervenfasern besser regenerieren, was
die funktionelle Erholung des Rückenmarks unterstützt.
Anhand der Magnetresonanztomografie konnten die For-
scher der UZH und der Universitätsklinik Balgrist den Effekt
des Antikörpers zeigen. Dabei bildet sich die Verletzung im
Rückenmark unter NG101 schneller zurück, was auf rege-
neratives Wachstum von Nervenfasern in der Umgebung
der Verletzung hindeutet. Zudem ist der Abbau von Ner-
vengewebe deutlich verlangsamt und wird kompensiert
durch nachwachsende Nervenfasern. Dieser Schritt ist ent-
scheidend, damit neue Nervenfasern Wege finden, die Ver-
letzungsstelle zu überbrücken oder zu umgehen, um die
Nervenverbindungen zwischen Gehirn und Rückenmark
wiederherzustellen.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass NG101 genau die-
sen Prozess unterstützt. «Verbliebene und nachwachsende
Nervenfasern können so wieder neue Verbindungen zu den
Rückenmarkszentren der Hand-, Arm- und Beinnerven fin-
den. Und diese sind entscheidend dafür, dass Signale vom
Gehirn wieder die Muskeln erreichen können», sagte Stu-
dienleiter Prof. Dr. Patrick Freund. Für gewisse Patienten
bedeutet dies, dass sie ihre Arm- und Handfunktionen eher
wiedererlangen.
vh
Quelle: Medienmitteilung der Universität Zürich vom 12.5.2026 Zur Originalpublikation: Lynn Farner et al.: Anti-Nogo-A NG101 treatment induces changes in spinal cord micro- and macrostructure following spinal cord injury: A multicenter MRI study. Nat Commun. 2026. doi:10.1038/s41467-026-71412-0
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