Transkript
Massenhaft gefälschte Literaturangaben entdeckt
Die wissenschaftliche Literatur ist abhängig von der Integri
tät ihrer angegebenen Referenzen. Denn jede dieser Refe
renzen verweist auf überprüfbare Resultate. Arbeiten, die mit
hilfe künstlicher Intelligenz oder von Paper Mills geschrieben
worden sind, können jedoch unter real existierenden auch
erfundene Referenzen enthalten und so die wissenschaft
liche Glaubwürdigkeit untergraben. Wie verbreitet dieses
Phänomen ist, wurde mit einem neu entwickelten automa
tisierten System zur Referenzüberprüfung untersucht.
Dabei wurden unter 2,5 Millionen biomedizinischen Ar
beiten aus den letzten drei Jahren tausende mit erfundenen
Referenzen entdeckt. Von 97,1 Millionen überprüften Lite
raturangaben wurden 4046 erfundene Literaturangaben in
2810 Artikeln identifiziert. Tendenz steigend. Während im
Jahr 2023 etwa eine von 2828 Publikationen mindestens
eine erfundene Referenz enthielt, war dieser Anteil bis 2025
auf eine von 458 gestiegen. In den ersten sieben Wochen
des Jahres 2026 wies eine von 277 Veröffentlichungen min
destens eine erfundene Referenz auf. Die Fälschungsrate
stieg damit um mehr als das Zwölffache, von etwa vier pro
10 000 Artikel im Jahr 2023 auf 51,3 pro 10 000 Artikel im
vierten Quartal 2025 und bis auf 56,9 pro 10 000 Artikel
Anfang 2026.
Wenn sich Verweise auf nicht existierende Studien bezie
hen, sind die Erkenntnisse, die sie angeblich stützen, Fiktion.
Eine routinemässige automatisierte Überprüfung kann diese
Lücke schliessen, bevor erfundene Verweise in Veröffent
lichungen gelangen.
vh
Quelle: Topaz M et al.: Fabricated citations: an audit across 2·5 million biomedical papers. Lancet. 2026 May 9;407(10541):1779-1781. doi:10.1016/S0140-6736(26)00603-3
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