Transkript
Betablocker absetzen
Nach einem Herzinfarkt ist eine Betablockertherapie Stan-
dard. Die SMART-DECISION-Studie zeigte nun, dass ein Jahr
nach einem Herzinfarkt Betablocker sicher abgesetzt wer-
den können – vorausgesetzt, es besteht keine Herzinsuffi-
zienz. In die Studie waren 2540 Patienten an 26 Zentren in
Südkorea eingeschlossen, die nach einem Myokardinfarkt
über mindestens ein Jahr Betablocker eingenommen und kein
weiteres kardiovaskuläres Ereignis durchgemacht hatten.
Ausschlussgründe waren unter anderem Herzinsuffizienz
und Vorhofflimmern in der Anamnese. Die Studienpatien-
ten setzten im Verhältnis 1:1 randomisiert ihre Betablocker
ab oder nahmen sie weiter ein. Nach einem medianen Fol-
low-up von 3,5 Jahren war der primäre Endpunkt, eine
Kombination aus Gesamtmortalität, neuerlichem Myokard-
infarkt und Hospitalisierung wegen Herzinsuffizienz, bei 7,2%
der Patienten, die Betablocker abgesetzt hatten, und 8,8%
der Patienten, die weiterhin Betablocker nahmen, eingetre-
ten. Damit konnte für das Absetzen Nichtunterlegenheit
gezeigt werden. Dies traf auch auf eine Reihe sekundärer
Endpunkte zu, darunter die einzelnen Komponenten des
primären Endpunkts, neu aufgetretenes Vorhofflimmern,
ungünstige Veränderungen der linksventrikulären Funktion,
Verschlechterung der Lebensqualität sowie schwere uner-
wünschte Ereignisse.
rb
Quelle: Choi KH et al.: Discontinuation of Beta-Blocker Therapy After Myocardial Infarction. N Engl J Med. 2026;394(13):1302-1312. doi:10.1056/NEJMoa2601005
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