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EDITORIAL
«Alles neu macht der Mai»
Als Volkslied entstanden und zur Redewendung geworden, lässt sich «Alles neu macht der Mai» auch auf die Medizin übertragen: Wir befinden uns in der Hochsaison der Frühjahrskongresse, an denen neben State of the Art viele neue Erkenntnisse präsentiert, Kontakte geknüpft und Brücken geschlagen werden.
So auch am Frühjahrskongress der Schweizerischen Gesellschaft für Allgemeine Innere Medizin (SGAIM), der gestern in Lausanne seine Tore geöffnet hat und nun in vollem Gang ist. Unter dem diesjährigen Motto «The good doctor» will man sich allerdings auch zurückbesinnen auf die ärztlichen Kernkompetenzen, die im schnellen Tempo heutiger Entwicklungen nicht verloren gehen dürfen: ein offenes Ohr, eine sorgfältige klinische Untersuchung, Clinical Reasoning und nicht zuletzt Empathie.
Viele von Ihnen verfolgen den SGAIMKongress bereits – vor Ort oder online. Für alle anderen sowie zur späteren Vertiefung werden in den nächsten Ausgaben von ARS MEDICI Berichte zu ausgewählten Kongressbeiträgen zusammengefasst.
Unabhängig davon greift auch die vorliegende Ausgabe Themen auf, die Ihr Interesse wecken könnten. So etwa, wenn es ab S. 217 um empfehlenswerte Impfun-
gen für die nächste Reise Ihrer Patienten (oder auch Ihre eigene) geht – dabei sind der Schutz vor weit verbreiteten Infektionskrankheiten und die Prävention exotischer Krankheiten gleichermassen wichtig.
Worauf es beim modernen Asthma management ankommt oder wann Sie Ihre COPD-Patienten zum Facharzt schicken sollten, lesen Sie in den jeweiligen Beiträgen ab S. 222.
Gastroenterologische Highlights und «Hacks» ab S. 230: Kongress-News und ein Interview vom ECCO 2026 bieten einen Überblick über neue Studien zu chronisch entzündlichen Darmerkrankungen, insbesondere der Fisteltherapie, und zwei Zürcher Gastroenterologen geben Antworten auf aktuelle Fragen, u.a. im Bereich Krebsprävention, Reizdarm und Zöliakie.
Was gehört für Sie zu einem Check-up? Nutzen Sie die Gelegenheit, um neben der Abklärung kardiovaskulärer Risikofaktoren und bestimmter Tumorarten auch nach der «hidden agenda» Ihrer Patienten zu fragen – ein Drittel von ihnen hat eine konkrete Sorge, spricht sie aber nicht selbst an. Mehr dazu ab S. 236.
In diesem Sinn eine anregende Lektüre.
Ana M. Cettuzzi-Grozaj
ars medici 5 | 2026 209