Transkript
EDITORIAL
Kinder sind keine kleinen Erwachsenen
Dieses Motto wurde vor allem in den Artikeln zur Reisemedizin unseres aktuellen Fokus Pädiatrie immer wieder betont. Doch gilt es auch für die anderen Themen? Es lohnt sich, immer wieder die verschiedenen Krankheiten aus der Sicht von Kindern und Jugendlichen zu betrachten. In der Schweiz gibt es einen Mangel an Kinder- und Jugendpsychiatern. Pädiaterinnen und Pädiater können die Kinder und Jugendlichen nicht überweisen, sondern müssen einen Teil der Betreuung selbst übernehmen und oft auch Krisen managen. Bei Depressionen ist die medikamentöse Therapie oft Teil einer Behandlung. Dabei ist der Einsatz von Antidepressiva bei Minderjährigen sehr komplex. Lesen Sie im Interview mit einer erfahrenen Kinderpsychiaterin die wichtigsten Aspekte einer erfolgreichen Betreuung. Wenn Sie dieses Heft in den Händen halten, stehen die grossen Ferien vor der Tür. Immer häufiger reisen auch Kinder mit ihren Familien in immer weiter entlegene Weltgegenden. Das Forum Reisen und Gesundheit in Berlin stellte in diesem Jahr die Kinder in den Mittelpunkt. Die Problematik stellt sich etwas anders, je nachdem, ob es sich um touristische Ferienreisen oder um Familienbesuche handelt. Wie Sie Familien beraten und das Thema Reisen und Impfungen ansprechen können, lesen Sie in zwei Beiträgen.
Die Hochsaison für Pollenallergien neigt sich dem Ende zu. Wie Sie vielleicht eine Allergie in der nächsten Saison vermeiden, eine spezifische Immuntherapie als einzige kausale Therapie planen und in der Praxis durchführen können und welche Aspekte für eine orale oder subkutane Applikation sprechen, erfahren Sie in einem Bericht von der KIS Frühlingstagung. Auch bei Nahrungsmittelallergien sind Immuntherapien ein wichtiger Pfeiler der Therapie. Diese bieten eine realistische Möglichkeit, schwere Reaktionen auf Lebensmittel zu vermeiden. Eine Gruppe aus dem Universitäts-Kinderspital Zürich hat die Empfehlungen dazu für Sie zusammengestellt.
Nicht zuletzt haben wir zwei Themen gewählt, die eher selten besprochen werden, jedoch viele Kinder betreffen. Immer mehr Kinder leiden an einer Myopie. Sie erfahren, welche Methoden heute zur Verfügung stehen, um die Progredienz zu bekämpfen.
Betreuen Sie Kinder und Jugendliche, die intensiv Sport treiben? Inzwischen wird für viele Turniere ein ärztliches Attest verlangt. Dies dürfen Sie auch ohne Spezialausbildung ausstellen. Sie lesen in unserem Beitrag, wie Sie am besten vorgehen und wo Sie die wichtigsten Informationen finden.
Wir wünschen eine interessante Lektüre.
Barbara Elke
ars medici 6 | 2026 247