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Metainformationen


Titel
Relevantes Risiko trotz WHO-Entwarnung: Mpox-Viren zirkulieren weltweit
Untertitel
-
Lead
Im September 2025 erklärte die WHO den wegen Mpox ausgerufenen globalen Gesundheitsnotstand für beendet. Verschwunden ist das Virus jedoch nicht. Es zirkuliert weiterhin in verschiedenen Ländern und Regionen, teils unabhängig von Reisen und nicht nur in den bekannten Hot Spots in Afrika. Auch in Europa und den USA treten immer wieder Mpox-Fälle auf.
Datum
21. Mai 2026
Journal
ARS MEDICI 05/2026
Autoren
Renate Bonifer
Rubrik
MEDIZIN — BERICHTE
Schlagworte
Allgemeine Innere Medizin, Hausarztmedizin, Impfung, Mpox, Mpox-Viren, Pocken
Artikel-ID
83954
Kurzlink
https://www.rosenfluh.ch/83954
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Transkript


BERICHT

Relevantes Risiko trotz WHO-Entwarnung
Mpox-Viren zirkulieren weltweit

Im September 2025 erklärte die WHO den wegen Mpox ausgerufenen globalen Gesundheitsnotstand für beendet. Verschwunden ist das Virus jedoch nicht. Es zirkuliert weiterhin in verschiedenen Ländern und Regionen, teils unabhängig von Reisen und nicht nur in den bekannten Hot Spots in Afrika. Auch in Europa und den USA treten immer wieder Mpox-Fälle auf.

Es sei davon auszugehen, dass die Fallzahlen global weiter steigen werden, sagte Prof. Dr. Tino F. Schwarz, Institut für Labormedizin und Impfzentrum am Klinikum Würzburg Mitte, am 27. Forum Reisen und Gesundheit in Berlin. Ausserhalb von Endemiegebieten zirkuliere das Virus zurzeit vor allem unter Männern, die Sex mit Männern haben. Noch sei das die primär gefährdete Population, so Prof. Schwarz.
Ein neuer Mpox-Ausbruch wird seit kurzem von Madagaskar gemeldet. Gemäss WHO-Statistik wurden dort 368 MpoxFälle allein in den sechs Wochen vom 2. Februar bis 15. März 2026 erfasst. Einzelne Fälle wurden durch Reisende auf die Komoren (Mayotte) sowie auf La Réunion eingeschleppt, was zu Kontrollen bei der Einreise in verschiedenen Ländern geführt hat (u.a. Komoren, Mauritius, Indonesien).
In afrikanischen Risikogebieten sinken die Fallzahlen zurzeit. So wurden im genannten Zeitraum in der Demokratischen Republik Kongo 288 Fälle gemeldet, in Kenya waren es 78, in Burundi 34, in Liberia 24 und in Uganda 21.
Für die Schweiz sind Daten aus den Jahren 2022 bis 2024 verfügbar. Hierzulande zählte man 2022, während der MpoxPandemie, 552 Fälle. 2023 waren es noch 13 Fälle und 36 in 2024.
Wie gefährlich ist Mpox? In endemischen Regionen werde Mpox hauptsächlich von Tieren auf Menschen übertragen, sagte Prof. Schwarz. Das geschieht z.B. durch Bisse, Kratzer, direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten oder den Verzehr von unzureichend gegartem Fleisch bzw. sogenanntem Bushmeat.
Die Übertragung von Mensch zu Mensch, wie bei dem globalen Ausbruch 2022/23, erfolgt hingegen durch engen Kontakt mit Körperflüssigkeiten oder Läsionen (auch, aber
LINKTIPP
EKIF-Empfehlungen zur Mpox-Impfung

nicht nur bei sexuellen Kontakten), über Tröpfcheninfektion oder über kontaminierte Materialien (z.B. Bettwäsche). Seltene Fälle einer Übertragung von Mutter zu Kind oder nosokomiale Infektionen wurden berichtet.
Mpox ist selten tödlich. Die Erkrankung verlaufe in der Regel mild und die meisten Patienten erholten sich ohne Behandlung innerhalb weniger Wochen, sagte Prof. Schwarz. Als Risikogruppen für einen schweren Verlauf gelten Schwangere, Kleinkinder und Personen mit Immunschwäche.
Das Risiko, an Mpox zu sterben, hängt vom jeweiligen Virenstamm ab. Während für Infektionen mit der Klade I, die im Wesentlichen in Zentralafrika endemisch ist, Todesfallraten von 1 bis 12% genannt werden, sind es 0,1% bei der Klade IIb, welche die Mpox-Pandemie 2022/23 verursachte.
Impfung für Risikogruppen In der Schweiz ist der Impfstoff Jynneos® zugelassen (weitere Bezeichnungen desselben Impfstoffs sind MVA-BN® und Imvanex®).
Als Risikogruppen, die geimpft werden sollten, gelten Männer und trans/nicht-binäre Personen, die Sex mit Männern haben und dabei häufig den Partner wechseln, sowie Pros­ tituierte. Ein erhöhtes Risiko tragen darüber hinaus Personen, die beruflich mit infizierten oder an Mpox erkrankten Patienten Kontakt haben (auch Laborpersonal), oder Personen, die mit Infizierten in einem Haushalt leben. Empfohlen wird: • 1 Dosis, falls die Person früher bereits gegen Pocken ge-
impft wurde. • 2 Dosen (Tag 0, 28), falls sie noch nie gegen Pocken ge-
impft wurde.
Für den Fall einer Postexpositionsprophylaxe gilt: • 1 Dosis innert 4 Tagen nach dem Kontakt (spätestens bis
zum 14. Tag); falls das Risiko weiterhin besteht, nach 28 Tagen 1 weitere Dosis.
Renate Bonifer
Quellen: Vortrag «Aktuelles zur Ausbreitung von Mpox» von Prof. Dr. med. Tino F. Schwarz am 27. Forum Reisen und Gesundheit 2026, CRM Zentrum für Reisemedizin, Berlin 6. und 7. März 2026. Die Daten zur Schweiz wurden von der Autorin des Berichts anhand der Angaben von www.compendium.ch, https://www.idd.bag.admin.ch und den EKIF-Empfehlungen zu Mpox ergänzt; aktuelle Daten der WHO gemäss https://worldhealthorg.shinyapps.io/mpx_global/, Stand: 27. März 2026.

ars medici 5 | 2026 221


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