ARS MEDICI 09/2026
Biomarker für Broken-Heart- Syndrom identifiziert
Das Broken-Heart- bzw. Takotsubo-Syndrom (Bild) ist eine akute Herzerkrankung, die vor allem Frauen nach den Wechseljahren betrifft und häufig durch starken emotionalen oder körperlichen Stress ausgelöst wird. Es betrifft rund zwei Prozent aller Patientinnen und Patienten mit Verdacht auf Herzinfarkt – bei Frauen mit akutem Koronarsyndrom sogar bis zu jede Zehnte.
Wein, Bier oder Spirituosen? Was dem Herz mehr schadet
Eine Studie mit 340 924 Erwachsenen aus der UK Biobank (Beobachtungszeit im Mittel > 13 Jahre) untersuchte, wie Menge und Art des Alkohols mit der Mortalität zusammenhängen.
Klar schädlich war hoher Konsum: Im Vergleich zu Nie- oder Gelegenheitstrinkern hatten Vieltrinker ein um 24 % erhöhtes Risiko, an einer beliebigen Ursache zu sterben, ein um 36 % höheres Krebs- und ein um 14 % höheres Herz-Kreislauf-Sterberisiko.
Telemonitoring: Messung der Vitalparameter im privatem Lebensumfeld bei progressiver interstitieller Lungenfibrose
Die progressive interstitielle Lungenerkrankung (ILD) ist mit zunehmender Dyspnoe, eingeschränkter Lebensqualität und einem hohen Letalitätsrisiko bei Exazerbationen assoziiert. Eine frühzeitige Erfassung von Veränderungen ist daher zentral. Im vorliegenden Case Report wird das Telemonitoring im privaten Lebensumfeld einer 67-jährigen Patientin mit progressiver Lungenfibrose unter antifibrotischer Therapie mit Nintedanib beschrieben. Über Heim-Spirometrie, Pulsoxymetrie und Aktivitätsmessung wurden Vitalparameter kontinuierlich erfasst und durch ein telemedizinisches Zentrum überwacht. Bei einem akuten Abfall der Spirometrie- und Sauerstoffsättigungswerte wurde der behandelnde Pneumologe frühzeitig informiert, eine antibiotische Therapie eingeleitet und eine Stabilisierung erreicht. Das Telemonitoring ergänzt die ambulante Betreuung, ermöglicht eine zeitnahe Therapieanpassung und steigert Sicherheit sowie Lebensqualität der Patienten und Patientinnen.
Impfungen als Erfolgsgeschichte: Empfohlene Impfungen 2026
Bei vielen Krankheiten haben ältere Erwachsene ein höheres Risiko für einen schweren Verlauf und eine erhöhte Mortalität aufgrund des altersbedingt reduzierten Immunsystems und vorbestehender chronischer Erkrankungen. Dr. Barbara Jakopp, Leitende Ärztin der Allgemeinen Inneren und Hausarztmedizin, Kantonsspital Aarau, gab eine Überblick über die aktuellen Impfungen zu via Atemwege übertragene Krankheiten sowie zur Gürtelrose.
Harnwegsinfekte: Wann und wie behandeln
Harnwegsinfekte sind häufig, sie jedoch bleiben meistens asymptomatisch. In welchen Fällen eine asymptomatische Bakteriurie gesucht und behandelt werden sollte, und was die Guidelines zur aktuellen Behandlung von symptomatischen Harnwegsinfekten empfehlen, erklärte PD Dr. Michael Mayr, Co-Chefarzt der Medizinischen Poliklinik, Universitätsspital Basel, an der medart Basel.
Kurativer Reset: CAR-T-Zelltherapien bei rheumatischen Erkrankungen
Highlights vom Europäischen Rheumatologen-Kongress (EULAR)
Trotz immer besserer Therapien sind entzündlich rheumatische Erkrankungen nach wie vor unheilbar. Neue Daten zu CAR-T-Zelltherapien gelten als Hoffnungsträger. Im Rahmen des EULAR-Kongresses 2026 vorgestellte Studienergebnisse unterstützen das Konzept eines immunologischen Resets bei Patienten mit verschiedenen rheumatischen Erkrankungen.
EULAR 2026: Mehr Evidenz zu Biologika-Therapie im klinischen Alltag
Unter den krankheitsmodifizierenden Therapien haben insbesondere die sogenannten Biologika das Management der entzündlich rheumatischen Erkrankungen erheblich verbessert. Nach wie vor wird die Evidenz zu den Möglichkeiten und Risiken dieser Medikamente kontinuierlich erweitert, wie zahlreiche Abstract-Präsentationen im Rahmen des Jahreskongresses der European Alliance of Associations for Rheumatology (EULAR) zeigen.
Fertilitätsprotektion: Was Krebspatientinnen bei der Entscheidung hilft
Die meisten Frauen im fortpflanzungsfähigen Alter, die an Krebs erkranken, wünschen sich später einmal eigene Kinder. In ihrem Vortrag erklärte Dr. phil. Verena Ehrbar, Psychotherapeutin in der Abteilung für Reproduktionsmedizin und Gynäkologische Endokrinologie am Universitätsspital Basel, weshalb heute noch nicht alle Krebspatientinnen von einer Fertilitätsprotektion profitieren und warum Betroffene nach einer äusserst belastenden Diagnose auf fundierte Informationen und Entscheidungshilfen angewiesen sind.
Altersbedingte Makuladegeneration: Häufige Alterserkrankung frühzeitig erkennen
Die altersbedingte Makuladegeneration (AMD) ist eine häufige Ursache für eine relevante Sehbehinderung im höheren Lebensalter. Sie betrifft primär die Makula als Ort des schärfsten Sehens auf der Netzhaut und führt zu einem progredienten Verlust der zentralen Sehfunktion. In der primärärztlichen Versorgung kommen der frühzeitigen Erkennung und dem Management modifizierbarer Risikofaktoren eine wichtige Rolle zu.
Finerenon verbessert Herzinsuffizienzprognose bei breitem Blutdruckspektrum
MRA senken Hospitalisationen bei HFpEF
GLP-1-RA auch bei chronischer Nierenerkrankung nützlich
Vitamin C enttäuscht in grosser Verbrennungsstudie
Vutrisiran trägt zur Verbesserung der Herzstruktur bei
table of contents
Drug-coated balloons for the management of coronary artery disease
Atrial Fibrillation and Dementia
Atrial fibrillation (AF) is the most common cardiac arrhythmia. As the global population ages, the prevalence of both AF and dementia is expected to rise substantially. Beyond stroke, growing evidence suggests that AF contributes to cognitive decline through multiple mechanisms, including different cerebral lesions, hypoperfusion, inflammation, hypercoagulable state, and brain atrophy. This review summarizes current evidence on AF-related cognitive impairment, explores underlying pathomechanisms, and identifies potential treatment strategies to prevent or delay dementia in patients with AF.
Impressum
In diesem Heft
Medien, Moden, Medizin
- Biomarker für Broken-Heart- Syndrom identifiziert
- Wein, Bier oder Spirituosen? Was dem Herz mehr schadet
Medizin
Kasuistik
Berichte
- Impfungen als Erfolgsgeschichte: Empfohlene Impfungen 2026
- Harnwegsinfekte: Wann und wie behandeln
- Kurativer Reset: CAR-T-Zelltherapien bei rheumatischen Erkrankungen
- EULAR 2026: Mehr Evidenz zu Biologika-Therapie im klinischen Alltag
- Fertilitätsprotektion: Was Krebspatientinnen bei der Entscheidung hilft
- Altersbedingte Makuladegeneration: Häufige Alterserkrankung frühzeitig erkennen
Journal Club
- Finerenon verbessert Herzinsuffizienzprognose bei breitem Blutdruckspektrum
- MRA senken Hospitalisationen bei HFpEF
- GLP-1-RA auch bei chronischer Nierenerkrankung nützlich
- Vitamin C enttäuscht in grosser Verbrennungsstudie
- Vutrisiran trägt zur Verbesserung der Herzstruktur bei
Swiss Cardiology
- table of contents
- Drug-coated balloons for the management of coronary artery disease
- Atrial Fibrillation and Dementia