ARS MEDICI 10/2026
Erdnüsse und Eier während der Schwangerschaft: Kein Nutzen fürs Kind
Universität Basel: Neue Moleküle gegen «kalte» Tumore
Postpartale Unterbauchschmerzen – wenn die Ursache in der Leber liegt
Viszerale Schmerzprojektion durch ein Riesenhämangiom der Leber
Postpartale Unterbauchschmerzen werden häufig gynäkologischen Ursachen zugeschrieben. Aufgrund viszeraler Schmerzprojektionen können jedoch auch Pathologien ausserhalb des Beckens eine ähnliche Symptomatik verursachen. Wir berichten über den seltenen Fall eines symptomatischen Riesenhämangioms der Leber, das sich 21 Tage nach einer unkomplizierten Spontangeburt als linksseitiger Unterbauchschmerz präsentierte.
Lipidsenkung: Einfach – oder eben doch nicht?
Obwohl die Lipidsenkung mit den verfügbaren Medikamenten einfach zu bewerkstelligen wäre, erreichen viele Patienten ihre Zielwerte nicht. Woran das liegt und welche Konsequenzen das hat, diskutierte Prof. Dr. Georg Ehret, Service de Cardiologie, Hôpitaux Universitaires de Genève, am Jahreskongress der Schweizerischen Gesellschaft für Allgemeine Innere Medizin (SGAIM) in Lausanne.
Therapien zum Gewichtsverlust: 19 Medikamente im Vergleich
Zur pharmakologisch gestützten Gewichtsabnahme stehen bereits einige Medikamente zur Verfügung, und es werden laufend mehr. Was sie bringen und welche Risiken damit einhergehen, liefert ein systematischer Review mit Metaanalyse. Hauptergebnis: je stärker die Wirkung, desto stärker auch die Nebenwirkungen.
Wie gut helfen E-Zigaretten beim Rauchstopp?
Viele Raucher haben grosse Mühe, von Zigaretten loszukommen. Ein aktualisierter Cochrane-Review ging der Frage nach, wie gut E-Zigaretten Raucher bei der Tabakentwöhnung helfen. Das Ergebnis: Zwar bringen nikotinhaltige E-Zigaretten mittelfristig etwas mehr Menschen vom Tabak ab als Nikotinpflaster, -kaugummis und andere herkömmliche Nikotinersatzpräparate. Aber einem Grossteil der Menschen gelingt auch mit E-Zigaretten kein Rauchstopp.
Herzinsuffizienz früher diagnostizieren: «Nicht heilbar, aber exzellent behandelbar»
Bei Patienten mit langjähriger Hypertonie, koronarer Herzkrankheit oder Vorhofflimmern sollte eine Herzinsuffizienz gesucht werden. Denn es gibt Hinweise, dass eine unerkannte Herzinsuffizienz in der tertiären Versorgung nicht selten ist. «Eine unerkannte Herzinsuffizienz ist eine verpasste Gelegenheit für eine evidenzbasierte Behandlung», so Prof. Dr. Christian Müller, Leiter Cardiovascular Research Institute Basel (CRIB), Universitätsspital Basel, am Jahreskongress der Schweizerischen Gesellschaft für Allgemeine Innere Medizin (SGAIM) in Lausanne.
Chronische Rhinosinusitis: «Asthma der Nebenhöhlen»
Die Behandlung der chronischen Rhinosinusitis erfolgt nach einem Stufenplan. Doch sei es wichtig zu vermitteln, dass es bei der primären chronischen Rhinosinusitis nur eine Symptomkontrolle und keine kurative Therapie gibt, wie Dr. Samuel Heimgartner, FMH HNO, spez. Hals- und Gesichtschirurgie, Praxis Länggasse, Bern, am Jahreskongress des Kollegiums für Hausarztmedizin (KHM) in Luzern betonte.
Prävention bei älteren Menschen: Impfen mit Zusatznutzen
Mit steigendem Alter werden Impfungen gegen saisonale Infekte durch Grippeviren, Respiratory Syncytial Virus (RSV) und Pneumokokken wie auch gegen die saisonunabhängige Entwicklung einer Gürtelrose immer wichtiger. Mittlerweile ist bekannt, dass Impfungen aber nicht nur gegen den Infekt selbst schützen, sondern als Zusatzeffekt noch das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse und für Demenz senken können.
Proaktiver Einsatz von Insulin: Entgleisung verhindern, Betazellen erhalten
Bei Patienten mit Typ-2-Diabetes ist es ratsam, frühzeitig mit Insulin anzufangen – spätestens ab einem HbA1c-Wert von 9%. Warum das so ist, erklärte die Endokrinologin Dr. Sibylle Kohler am diesjährigen KHM-Kongress in Luzern. Sie gab auch Tipps zur Wahl des Insulin-Präparats und Verabreichungsschemas. Die kontinuierliche Glukosemessung kann Ärzte und Patienten beim Management der Krankheit unterstützen.
Nebenniere – Wirkung von Aldosteron und Kortisol
Einfluss auf Blutdruck und Diabetes oft verkannt
Welchen Einfluss die Überproduktion von Nebennierenhormonen haben kann, wird oft unterschätzt. So wird der primäre Hyperaldosteronismus verpasst und der Einfluss des Kortisols auf die Blutzucker einstellung bei Diabetes übersehen. Im Rahmen eines «Update Endokrinologie» erläuterte Prof. Dr. Felix Beuschlein, Direktor der Klinik für Endokrinologie, Diabetologie und Klinische Ernährung am Universitäts spital Zürich, die Bedeutung dieser Hormone, auch für die tägliche Praxis.
Orthomolekulare Medizin: Evidenz-Update von Omega-3-Fettsäuren
Am Women’s Health Congress in Fribourg zeigte Prof. Dr. Petra Stute vom Inselspital Bern anhand einer von ihr durchgeführten systematischen Übersichtsarbeit auf, welche Frauen von einer Supplementierung von Omega-3-Fettsäuren profitieren könnten.
Kinder mit einem schwierigen Start ins Leben: Entwicklungsprognosen sind schwierig
Die Entwicklungsprognose ist ein wichtiges Thema in der Praxis, da Eltern von Kindern mit schwerem Start ins Leben häufig nach der zukünftigen Entwicklung ihres Kindes fragen. Eine positive Haltung ist trotz der Komplexität der Vorhersage nötig und hilfreich. Sie ermöglicht es, Hilfsmittel zu erhalten, die intensive Therapie aufrechtzuerhalten und den Verlauf zu verbessern, wie Prof. Dr. Beatrix Latal, Ko-Leiterin Abteilung Entwicklungspädiatrie, Universitätskinderspital Zürich, ausführte.
Kindliche Kurzsichtigkeit: Nicht nur die Bildschirmzeit ist entscheidend
Kinder verbringen viel Zeit mit Lesen, Hausaufgaben und digitalen Geräten. Viele Eltern sorgen sich darum, ob die Bildschirm- und Lesezeit der Augengesundheit schadet. Doch für die Entwicklung einer Kurzsichtigkeit ist nicht allein entscheidend, ob Kinder auf ein Smartphone, ein Tablet oder in ein Buch schauen. Eine wichtige Rolle spielen vielmehr die lange Naharbeit ohne Pausen und zu wenig Zeit im Freien.
Swiss Gender Medicine Symposium: «Erst wenn wir die Unterschiede verstehen, können wir gezielter behandeln»
Warum Frauen und Männer Stoffwechselerkrankungen unterschiedlich entwickeln – und was das für die Medizin der Zukunft bedeutet, erklärt Prof. Dr. Susanne Hofmann im Interview.
Frontotemporale Demenzen: ein klinischer Review
Frontotemporale Demenzen repräsentieren eine Gruppe neurodegenerativer Erkrankungen mit prototypischen klinischen Syndromen, die durch progrediente Veränderungen des Verhaltens, der Persönlichkeit und der Sprache charakterisiert sind. Sie repräsentieren die klinische Seite einer Reihe von heterogenen Erkrankungen des Zentralnervensystems, die ihren Ursprung in lokalisiert frontotemporal auftretenden Proteinopathien mit einem hohen genetischen Anteil haben. Eine akkurate und möglichst frühe Diagnostik frontotemporaler Demenzen ermöglicht die gezielte Beratung der betroffenen Personen, deren Familien, der involvierten Versorgungssysteme und eine individuelle symptomatische Behandlung. Die psychiatrische Differenzialdiagnostik ist eine interdisziplinäre Aufgabe.
Grippeimpfung senkt Gesamt- und kardiovaskuläre Mortalität drastisch
Eine Influenza-Infektion erhöht das kardiovaskuläre Risiko bei Patienten mit ischämischer Herzkrankheit (IHD) oder Herzinsuffizienz (HF). Eine aktualisierte Metaanalyse bewertete den kardiovaskulären Nutzen der Grippeimpfung in diesen Populationen.
Finerenon und SGLT2-Hemmer bei CKD
Traditionelle chinesische Übungen stärken die Kognition
Kalzium- und Vitamin D ohne Einfluss auf Frakturrisiko
Mitglieder des wissenschaftlichen Beirats
In diesem Heft
Medizin
Medien, Moden, Medizin
- Erdnüsse und Eier während der Schwangerschaft: Kein Nutzen fürs Kind
- Universität Basel: Neue Moleküle gegen «kalte» Tumore
Kasuistik
Berichte
- Lipidsenkung: Einfach – oder eben doch nicht?
- Therapien zum Gewichtsverlust: 19 Medikamente im Vergleich
- Wie gut helfen E-Zigaretten beim Rauchstopp?
- Herzinsuffizienz früher diagnostizieren: «Nicht heilbar, aber exzellent behandelbar»
- Chronische Rhinosinusitis: «Asthma der Nebenhöhlen»
- Prävention bei älteren Menschen: Impfen mit Zusatznutzen
- Proaktiver Einsatz von Insulin: Entgleisung verhindern, Betazellen erhalten
- Nebenniere – Wirkung von Aldosteron und Kortisol
- Orthomolekulare Medizin: Evidenz-Update von Omega-3-Fettsäuren
- Kinder mit einem schwierigen Start ins Leben: Entwicklungsprognosen sind schwierig
- Kindliche Kurzsichtigkeit: Nicht nur die Bildschirmzeit ist entscheidend
Interview
Fortbildung
Journal Club
- Grippeimpfung senkt Gesamt- und kardiovaskuläre Mortalität drastisch
- Finerenon und SGLT2-Hemmer bei CKD
- Traditionelle chinesische Übungen stärken die Kognition
- Kalzium- und Vitamin D ohne Einfluss auf Frakturrisiko