Transkript
EDITORIAL
Jeder Patient ist anders
Eine Krebserkrankung kann jeden Menschen treffen, egal ob alt oder jung. Der Lebensabschnitt, in dem sich ein Patient gerade befindet, spielt eine wesentliche Rolle bei der Behandlung. Das beleuchten mehrere Beiträge in dieser Ausgabe: Ein geriatrisches Assessment bei älteren Frauen mit gynäkologischen Tumoren hilft beispielsweise dabei, individualisierte Therapiepläne zu erstellen (S. 20). Bei nicht-melanozytären Hauttumoren im höheren Lebensalter kann eine Radiotherapie weniger belastend sein als eine Operation (S. 25). Bei den Jüngeren stehen andere Aspekte im Vordergrund: Für junge Krebspatientinnen ist das Thema Fertilitätsprotektion wichtig (S. 16). Und bei einer Krebserkrankung während der Schwangerschaft stehen besonders schwere Entscheidungen an, die meist unter Zeitdruck gefällt werden müssen (S. 35).
Viele Patienten möchten ihre Therapie mit pflanzlichen Wirkstoffen unterstützen. Ausgewählte Referate von der Jahrestagung der SMGP zeigen auf, welche Möglichkeiten es dafür gibt, zum Beispiel bei trockenen Schleimhäuten oder Fatigue (S. 10). Weitere Kongress-Highlights gibt es vom ASCO
Gastrointestinal Cancers Symposium, ASCO Genitourinary Cancers Symposium, EHAKongress und SOHC (ab S. 3).
Für die Oligometastasierung – ein Stadium zwischen lokalisierter und ausgedehnt metastasierter Erkrankung – gibt es zwar noch keine einheitliche Definition, doch zahlreiche Studien ergaben, dass stereotaktische ablative Radiotherapie das progressionsfreie Überleben bei einigen Entitäten signifikant verbessern kann (Übersichtsartikel auf S. 29).
Zum Schluss noch ein Blick über den Tellerrand: In Ländern mit mittlerem und geringerem Einkommen bietet die gemeinnützige Organisation BrachyTerra kostenfreie Online-Weiterbildungen auf dem Gebiet der Radioonkologie an. Dafür stellen internationale und lokale Fachpersonen ihre Expertise unentgeltlich zur Verfügung. Wie ein Pilotprojekt zum Mammakarzinom auf Mauritius ablief, schildert der Bericht auf S.37.
Viel Vergnügen beim Lesen!
Yvonne Vahlensieck
U2 onkologie 2 | 2026