Transkript
Jahresbericht 2025/2026
Bericht des Präsidenten für die ordentliche Generalversammlung der FMP vom 7. Mai 2026
(Foto: zVg)
Unser Vereinsjahr 2025 war einmal mehr geprägt von Diskussionen rund um das neue Tarifsystem. Am 30. April 2025 genehmigte der Bundesrat das neue Gesamt-Tarifsystem für ambulante ärztliche Leistungen mit Einführung per 1. Januar 2026 und befristete es bis zum 31. Dezember 2028. Zudem deckelte der Bundesrat die jährlichen Gesamtkostensteigerung der ambulanten ärztlichen Leistungen auf 4%. Eigentlich war die Genehmigung ein wichtiger Meilenstein für die Ärzte nach über 20 Jahren Arbeit mit der veralteten Tarifstruktur Tarmed. Ab sofort stand für die Ärzte die notwendige Verbesserung von vielen ambulanten Pauschalen wie auch der Defizite im TARDOC selbst im Vordergrund. Die beiden Tarifstrukturen sollen jährlich angepasst werden können. Die Kontrolle und Umsetzung obliegt der Organisation für ambulante Arzttarife OAAT AG.
Bereits am 15. Juli 2025 haben die Tarifpartner dem Bundesrat ein Genehmigungs-
gesuch mit Anpassungen und Ergänzungen zum genehmigten Tarifvertrag vorgelegt. Am 5. November 2025 hat der Bundesrat mehrere Anpassungen und Ergänzungen zum Gesamt-Tarifsystem aus TARDOC und den ambulanten Pauschalen genehmigt, damit diese am 1. Januar 2026 in Kraft treten konnten.
Die FMCH hat am 5. Dezember 2025 beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde gegen die Genehmigung ausgewählter ambulanter Pauschalen eingereicht, da diese medizinisch unsachgerecht ausgestaltet sind und nicht mit den gesetzlichen Vorgaben des Krankenversicherungsgesetzes (KVG) vereinbar sind. Ende Januar 2026 hat das Bundesverwaltungsgericht festgehalten, dass sie auf die Beschwerde der FMCH materiell nicht eintreten können. Auf nationaler Ebene besteht keine gerichtliche Instanz, welche Tarifentscheide des Bundesrates strukturell und materiell überprüfen kann. Damit ist eine Gesetzeslücke sichtbar geworden.
Die Gesundheitspolitik der Schweiz war ansonsten geprägt vom Kostendämpfungspaket 2. Kernentscheide betreffen provisorische Vergütungen neuer Medikamente, Rabatte, erweiterte Apotheker- und Hebammenkompetenzen sowie Netzwerke. Diese Massnahmen werden gestaffelt in Kraft treten.
Das Schweizerische Institut für ärztliche Weiter- und Fortbildung SIWF kämpft mit massiven Verzögerungen bei der Facharzttitelvergabe. Ende 2025 waren ca. 2500 Dossiers hängig bei einer Wartefrist von ca. 12 Mo-
naten. Als Reaktion wurde ein Krisenstab mit der FMH eingerichtet, die Geschäftsleitung erneuert, Personal aufgestockt und eine ITgestützte Teilautomatisierung eingeführt, damit der Stau bis Ende 2026 gelöst werden kann. Auch dies war ein Thema an verschiedenen Vorstandssitzungen.
Im Oktober 2025 und im März 2026 hat die FMP wiederum 2 Höcks organisiert. Die Anlässe waren spannend und die Referenten sehr interessant. Leider war die Anzahl der teilnehmenden jungen Ärzte oder Medizinstudenten teilweise etwas bescheiden. Der Anlass vom Frühjahr 2026 war insofern ein Erfolg, dass erstmals die FMP mit der FMH und der VSAO vernetzt werden konnte, um die Defizite im Wahlstudienjahr eines Medizinstudenten klarer zu formulieren und Verbesserungsstrategien zu entwickeln.
Die FMP setzt sich zum Ziel, im Jahre 2026 einerseits die Ärzte im Kampf für gerechte Tarife zu unterstützen und weiterhin die jungen Ärzte und Medizinstudenten über politische Anliegen im Gesundheitswesen aufzuklären.
Gerardo J. Maquieira Präsident FMP
252 ars medici 6 | 2026